Blick aus der Luft auf den Strand, die Dünen und die Uferstraße in Scharbeutz an der Ostsee. © imago/Westend61

Scharbeutz: Nächtliches Alkoholverbot bis Mitte September

Stand: 29.07.2021 15:18 Uhr

Für Teile von Scharbeutz (Kreis Ostholstein) hat die Gemeinde ein grundsätzliches Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen ausgesprochen.

Laut Allgemeinverfügung ist der Konsum von Alkohol und das Mitführen von Behältern - insbesondere aus Glas - mit alkoholischen Getränken, die zum Konsum vorgesehen sind, zwischen 23 Uhr und 6 Uhr untersagt. Das gilt für alle öffentlichen Plätze an folgenden Orten:

  • im Strandbereich der Gemeinde Scharbeutz, von der Gemeindegrenze zu Timmendorfer Strand bis zur Gemeindegrenze zu Sierksdorf, seeseitig begrenzt durch die Küstenlinie und landseitig begrenzt durch den Dünenfuß einschließlich der Dünenübergänge, der Dünen, Buhnen, Seebrücken und Küstenschutzanlagen
  • in der Strandallee mit der Promenade und den Seebrückenvorplätzen
  • im Fischerstieg
  • im Muschelstieg
  • am Ostseeplatz
  • im Kurpark Scharbeutz
  • im Kurpark Haffwiesenpark

Betrunkene Jugendliche pöbeln und randalieren

Als Begründung führt die Gemeinde an, dass es in den vergangenen Wochen vermehrt zu größeren Ansammlungen Jugendlicher in den genannten Bereichen gekommen sei. Die teilweise Minderjährigen haben demnach große Mengen Alkohol getrunken, laut gepöbelt, sich Auseinandersetzungen mit den dortigen Sicherheitskräften geliefert und gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen. Darüber hinaus sollen die randalierenden Jugendlichen unter anderem Strandkörbe beschädigt, in der Öffentlichkeit gepinkelt und Glasflaschen am Strand und an der Seebrücke zertrümmert haben, so dass die Scherben Strandbesucher gefährden können.

Bußgeld von bis zu 1.000 Euro

Zuwiderhandlungen können laut Gemeinde mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Die Allgemeinverfügung tritt morgen in Kraft und bleibt vorerst bis zum 15. September gültig, da die Gemeinde davon ausgeht, dass sich das Problem mit dem Ende der Ferien erübrigt hat.

Nachbargemeinden verzichten zunächst auf Verbot

Timmendorfer Strand, Sierksdorf und Neustadt gehen zur Zeit nicht davon aus, dass sich das Problem der randalierenden Jugendlichen nun in ihre Gemeinden verlagert. Von einem Alkoholverbot hält Neustadts stellvertretender Bürgermeister Sebastian Schmidt (CDU) nichts. "Der sehr überwiegende Teil der Strandbesucher in Neustadt verhält sich ruhig. Und vor dem Hintergrund haben wir uns entschieden, dass wir aktuell kein Verbot erlassen." Es gebe zum einen viele rechtliche Hürden, so ein Verbot durchzusetzen. Zum anderen könne ein Verbot auch die falschen Menschen treffen, meint Schmidt.

Sollten die Partys am Strand in den kommenden Wochen allerdings unverhältnismäßig zunehmen und ausufern, könnte auch Neustadt über ein nächtliches Alkoholverbot nachdenken.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.07.2021 | 12:00 Uhr

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