Stand: 30.12.2019 05:00 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Sana-Kliniken Ostholstein: Wie geht's weiter?

von Julian Marxen

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Von der Hängepartie ist auch die Sana-Klinik in Oldenburg betroffen.

Es ist still geworden um die Sana-Krankenhäuser in Eutin, Oldenburg, Middelburg und auf Fehmarn (alle Kreis Ostholstein). Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass die Krankenhäuser in den Schlagzeilen standen. Es ging um Ärzte und Pfleger, die ihr Leid klagten, weil sie sich überarbeitet und überfordert fühlten. Es ging um mehr als 100 Wasserschäden, die für Schimmel in Böden und Wänden der Eutiner Klinik sorgten. Und es ging letztlich um die gescheiterte Übernahme der Sana-Klinik durch die Schweizer Ameos-Gruppe. Die hüllt sich aktuell aber in Schweigen.

Dabei haben die Menschen in Ostholstein viele Fragen. Sie wollen wissen, wie es mit den Sana-Krankenhäusern weitergeht. Insgesamt arbeiten 1.200 Beschäftigte an den vier Standorten im Kreis Ostholstein. Viele von ihnen befürchten, dass sich die Arbeitsbedingungen bei einer Übernahme verschlechtern würden.

Kartellamt hatte Bedenken

Einige Politiker in Ostholstein, wie SPD-Fraktionschef Burkhard Klinke, fragen sich: "Wird es überhaupt zu einer Übernahme kommen?" Der Betreiber-Wechsel sollte schon vor etwa einem Jahr über die Bühne gehen. Doch es gab Probleme. Die Wettbewerbshüter vom Bundeskartellamt hatten Bedenken. Sie befürchteten, "dass der Zusammenschluss zu einer erheblichen Behinderung wirksamen Wettbewerbs auf dem regionalen Krankenhausmarkt in Ostholstein führen würde", wie es im zugehörigen Fallbericht der Behörde heißt.

Ameos hält sich bedeckt

Ameos nahm den Antrag zurück und kündigte an, ein neues Übernahme-Konzept zur erarbeiten, um die Kartell-Hürde zu überspringen oder zu umgehen. Doch bislang hat der Schweizer Krankenhaus-Betreiber nichts vorgelegt. Wo es hakt, weiß aktuell niemand so genau. SPD-Politiker Klinke fordert nun Klarheit für Mitarbeiter und Patienten. Die Ameos-Gruppe gibt sich wortkarg. "Ich kann nichts sagen. Es gibt keine Neuigkeiten", erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Landrat fordert schnelle Sanierung

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) hat Sorge, dass sich durch den schleppenden Übernahmeprozess die Sanierung der Eutiner Klinik weiter verzögert. "Die baulichen Mängel, die bei den Wasserleitungen seinerzeit festgestellt worden sind, müssen zwingend und dringend behoben werden." Sager nimmt Krankenhaus-Betreiber Sana in die Pflicht: Der Krankenhausträger müsse die Sanierung schnellstens anpacken, auch mit Hilfe des Landes, das Millionen-Zuschüsse in Aussicht gestellt hatte.

Keine Förderanträge gestellt

Bislang wurde davon aber noch nichts abgerufen, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Dafür wurden bislang keine Anträge gestellt. Für den ersten Bauabschnitt sind allerdings auch keine Landesmittel vorgesehen.

Wie Sana dem Ministerium mitteilte, werde erst einmal die Kinderheilkunde saniert. Die Abbrucharbeiten dafür hätten bereits begonnen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.12.2019 | 08:00 Uhr

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