Stand: 09.09.2020 16:54 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Werft Nobiskrug kündigt massiven Stellenabbau an

Das Gelände der Werft Nobiskrug am Nord-Ostsee-Kanal. © NDR Foto: Christian Wolf
Am Mittwochnachmittag wurden die Nobiskrug-Mitarbeiter in Rendsburg über die Pläne informiert.

Die Rendsburger Werft Nobiskrug will fast jeden vierten Arbeitsplatz abbauen. Auf einer außerordentlichen Versammlung sind am Mittwoch die Mitarbeiter informiert worden. Ein Mitglied des Betriebsrats sprach von Fassungslosigkeit, Wut und Angst vor der Zukunft innerhalb der Belegschaft. 120 der insgesamt 470 Arbeitsplätze sollen schon zum Ende dieses Monats wegfallen. Die entlassenen Mitarbeiter werden nach Angaben der Werft in einer Transfergesellschaft aufgefangen.

Werft: Neubauten und Re-Fit-Geschäft sollen Zukunft sichern

Vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben laut Geschäftsführer Johan Valentijn dafür gesorgt, dass die Pläne für eine Umstrukturierung des Unternehmens beschleunigt werden mussten. Er ist jedoch zuversichtlich, was die Zukunft des Standortes in Rendsburg angeht. Mit aktuell drei Jachtbauten habe man viel zu tun, so Valentijn. Das und der Ausbau des sogenannten Re-Fit-Geschäfts - also das Überholen von Yachten - soll die Zukunft der restlichen Belegschaft sichern.

IG Metall und Betriebsrat halten schnellen Stellenabbau für falsch

Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat hatten dagegen vorgeschlagen, mit Kurzarbeit Fachkräfte zu behalten. "Wir sind der Auffassung, dass diese Maßnahme die falsche ist. In der Schnelligkeit und in dem Tempo ist sie auch deswegen falsch, weil man hier erst ans Personal gegangen ist, bevor man darüber nachgedacht hat, wie eigentlich die zukünftige strategische Ausrichtung der Werft sein soll", sagte Gewerkschaftssprecher Martin Bitter.

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Der Schriftzug "Nobiskrug" hängt an der Seite der Werkshalle. © NDR Foto: Christian Wolf

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Der Haupteingang der Nobiskrug-Werke in Rensburg. © Christian Wolf Foto: Christian Wolf

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Schleswig-Holstein Magazin | 09.09.2020 | 19:30 Uhr

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