Stand: 06.02.2019 20:39 Uhr

"Peking": Traditionssegler erneut im Trockendock

von Kai Salander

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Schlepper zogen die "Peking" am Mittwoch ins geflutete Trockendock.

Es war ein besonders schwieriges Einparkmanöver bei Regen und starkem Südsüdwest-Wind am Werftpier in Wewelsfleth (Kreis Steinburg): Zwei Schlepper haben den historischen Frachtsegler "Peking" ins Trockendock der Peters Werft gebracht. Das 115 Meter lange Schiff misst 25 Meter von Steuerbord zu Backbord - das Dock ist nur zehn Meter breiter. An einer Leine zogen die Schlepper das mehr als 100 Jahre alte Schiff - zunächst rückwärts vom Pier, dann vorwärts ins Trockendock. Dort vertäuten Werftarbeiter die "alte Dame", pumpten das braune Störwasser aus dem Dock und legten so die Viermastbark auf Stahlträgern stehend trocken.

Vor einem halben Jahr hatten die Schiffsbauer der Peters Werft die "Peking" ausdocken lassen. Sie mussten erst andere Schiffe im Trockendock reparieren. Der Juniorchef der Werft, Sebastian Dethlefs, erklärt: "Wir haben am Pier das Unterwasserschiff untersucht und geprüft, ob das Schiff schwimmfähig ist, und nach Leckagen abgesucht." Auch Projektleiter Joachim Kaiser begrüßte die Arbeit außerhalb des Trockendocks: "In der Zeit konnten wir das durchgerostete Stahldeck komplett ausbauen und das neue weitestgehend fertigstellen." Fest steht nun: Die marode "Peking" schwimmt. Die nächste Etappe der Zeitreise kann kommen.

Es wartet noch viel Arbeit

Im Trockendock sollen nun Werftarbeiter das Schiff vollständig restaurieren und in den Zustand der 1920er-Jahre versetzen, als Laeisz aus Hamburg den P-Liner bereederte, die "Peking" Salpeter und Schüttgut auf der Hamburg-Chile-Linie transportierte. Bis dahin stehen noch viele Reparaturen an, erklärt Kaiser. Er war von seinem Hamburger Büro nach Wewelsfleth gefahren, um das Eindocken zu beobachten: "Wir haben im Überwasserbereich noch sehr viel Arbeit. Das sieht man, wenn man näher rangeht an das Schiff, diverse Durchrostungen ab drei Meter über der Schwimmwasserlinie. Das ist noch mal ein richtiger Angang." Grundsätzlich sei die Stiftung aber sehr zufrieden mit den bisherigen Arbeiten.

"Peking" liegt im Zeitplan

Für die Restaurierungsarbeiten hat der Bund 35 Millionen Euro bewilligt. Kaiser rechnet vor: "Wir haben in der Tat signifikante Mehrkosten gehabt dadurch, dass Asbest an dem Schiff entdeckt und beseitigt werden musste - 4,2 Millionen Euro." Das neue Hauptdeck sei nicht kalkuliert gewesen. Durch die Ertüchtigung zum Museumsschiff seien weitere Kosten entstanden, zum Beispiel für Fahrstühle, barrierefreie Eingänge, die in das Schiff geschnitten werden müssten, oder die Gangways.

Nach Plänen der Stiftung Hamburg Maritim soll die Peking 2020 nach Hamburg überführt und dort zum Wahrzeichen des neuen Hafenmuseums werden. Über Jahrzehnte lag die "Peking" als Museumsschiff in New York und verrottete auf dem East River.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 06.02.2019 | 19:30 Uhr

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