Stand: 18.07.2018 17:24 Uhr

Pakt zum Schutz von Schweinswalen verlängert

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Neben Schweinswalen sollen auch Tauchenten von der Regelung profitieren.

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und Fischereivertreter haben sich in Eckernförde darauf verständigt, den sogenannten Pakt zum Schutz von Schweinswalen zu verlängern. "Die Schweinswale liegen vielen Fischern am Herzen", sagte der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes, Lorenz Marckwardt: "Wir wollen keine Schweinswale fangen, wir wollen fischen." Bei dem Pakt handelt es sich um eine freiwillige Vereinbarung. Auch Tauchenten sollen dadurch besser geschützt werden.

Im Fokus: Die Kalbungs- und Paarungszeit

Ende 2013 hatten der Fischereischutzverband Schleswig-Holstein, das Ostsee Info-Center Eckernförde, der Landesfischereiverband und Umweltminister Habeck den Pakt ins Leben gerufen. Um die Wale in besonders sensiblen Zeiten besser zu schützen, begrenzen die Fischer von Flensburg bis Travemünde seither in der Kalbungs- und Paarungszeit von Anfang Juli bis Ende August ihre Stellnetzlängen. Außerdem sollten neue Techniken zum Schutz der Tiere ausprobiert werden.

Viele Fischer verwenden bereits Warngeräte

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Mehr als 1.500 der sogenannten PALs wurden an Fischer verteilt.

Jetzt wurde die freiwillige Vereinbarung bis Ende 2022 verlängert. Außerdem sollen neue Warngeräte eingesetzt werden, sogenannte PALs. Die Abkürzung steht für Porpoise Alert, übersetzt so viel wie Schweinswal-Warnsignal. Die neuartige Technik kommt in Schleswig-Holstein bereits in einem Großversuch seit vergangenem Frühjahr zum Einsatz. Das Land hat bislang mehr als 1.500 PALs an mehr als 80 Fischer verteilt.

Die Geräte imitieren die natürlichen Warnlaute der Schweinswale und bringen sie dazu, die von Stellnetzen ausgehende Gefahr dank ihrer Echo-Ortung erkennen zu können. Entwickelt hat das Warngerät der Kieler Meeresforscher Prof. Dr. Boris Culik.

Zufriedener Umweltminister: "Das klappt hier"

Umweltminister Habeck ist hochzufrieden mit der Zusammenarbeit: "Inzwischen haben sich etwa 80 Prozent der Stellnetzfischer selbst verpflichtet, zum Schutz der Schweinswale ihre Stellnetzlängen zu reduzieren, PALs einzusetzen und sich am Monitoring zu beteiligen." Der Schweinswalschutz funktioniere nur, wenn die Fischer mitmachten: "Das klappt hier in besonderer Weise", so Habeck.

Westliche Ostsee ist besonders betroffen

Schweinswale sind die einzigen Wale, die in der Ostsee heimisch sind. Sie stehen unter strengem Schutz. Nach Angaben des Ministeriums leben in der zentralen Ostsee nur noch wenige Schweinswale. Dagegen kommen sie vor Schleswig-Holsteins Küste in der westlichen Ostsee, der Beltsee und im Kattegat noch vergleichsweise häufig vor. Dort verenden sie allerdings teilweise in den Stellnetzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.07.2018 | 18:00 Uhr

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