Stand: 14.02.2018 07:18 Uhr

Notruf der Rettungsdienste: Sanitäter gesucht

Wer in Neumünster einen Krankentransport braucht, muss an manchen Tagen viel Geduld mitbringen. "Wir haben leider keine Kapazitäten frei", heißt es dann aus der Leitstelle. Denn der Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr hat alle Hände voll zu tun - und zu wenig Leute. Jede zehnte Stelle in Neumünster ist frei. Die Notfallversorgung klappt zwar, aber die Krankentransporte müssen manchmal warten.

Wenig Personal, hoher Krankenstand

So wie in Neumünster sieht es vielerorts in Schleswig-Holstein aus. In Kiel ist jede siebte Stelle im Rettungs- und Krankentransport unbesetzt. Landesweit werden etwa 200 Rettungs- und Notfallsanitäter dringend gesucht. Dazu kommt ein anhaltend hoher Krankenstand - 9,6 Prozent. "Das ist schon extrem hoch, wenn man den Durchschnitt sieht", sagt Karl-Heinz Hermann von der Berufsfeuerwehr Neumünster. Das komme aber durch die Arbeitsbelastung und hohe Einsatzfrequenz.

"Muss man in 48-Stunden-Schichten arbeiten?"

Die Sanitäter arbeiten im 48-Stunden-Schichtdienst, Tag- und Nacht im Wechsel. Rettungssanitäter verdienen 2.200 Euro brutto, ein ausgebildeter Notfallsanitäter 2.800 Euro brutto. Das ist nicht sehr verlockend, weiß auch Hermann und stellt Fragen: "Muss man wirklich 48 Stunden arbeiten? Kann man vielleicht an der Bezahlung etwas ändern?" Andere Länder bekämen das auch anders hin - etwa Dänemark. Dort müssten die Sanitäter weniger arbeiten und würden besser bezahlt, sagt Hermann.

Doch eine Entspannung der Lage ist offenbar nicht in Sicht. Zwar werden in diesem Jahr mehr Notfallsanitäter im Land ausgebildet als zuvor. Doch schon jetzt ist nach Ansicht von Experten klar, dass die Zahl nicht ausreicht, um die Lücke bei den Krankentransporten zu schließen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 13.02.2018 | 19:30 Uhr

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