Stand: 07.12.2018 17:02 Uhr

Nobiskrug streicht weniger Stellen als geplant

Die Zukunftspläne der Rendsburger Werft Nobiskrug bekommen Konturen: Im Sommer war bekannt geworden, dass der Standort umstrukturiert und Stellen gestrichen werden sollen. Am Freitag informierte die Geschäftsführung die Mitarbeiter über die Zukunft der Werft: Künftig sollen in Rendsburg hauptsächlich Superjachten entwickelt und gebaut werden. Andere Aufgaben werden zur Kieler Schwesterwerft German Naval Yards verlagert. Die Geschäftsleitung teilte mit, dass sie sich von 34 Mitarbeitern trennen müsse.

Weniger Stellenstreichungen als befürchtet

Sie sollen die Möglichkeit bekommen, frühzeitig in Rente zu gehen oder in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Betroffen seien hauptsächlich Verwaltungsangestellte und Mitarbeiter mit geringen Qualifikationen, erklärte der Nobiskrug-Geschäftsführer Bertram Liebler. 46 Mitarbeiter wechseln zum neuen Jahr zur Kieler Schwesterwerft. "Wir sind überaus froh über das Verhandlungsergebnis", sagte Liebler. "Wir werden nur etwa halb so viele Stellen abbauen wie zunächst befürchtet." Laut IG Metall sind in Rendsburg insgesamt 520 Mitarbeiter beschäftigt.

IG Metall: Haben Personalabbau reduziert

Das Ergebnis der Verhandlungen sei "akzeptabel", meinte Martin Bitter von der IG Metall Rendsburg. "Wir haben immer argumentiert, dass wir die guten Fachkräfte in Anbetracht der vielen Aufträge auch brauchen." Dadurch habe man den Personalabbau erheblich reduzieren können, so Bitter. Die Nobiskrug-Führung, Betriebsrat und IG Metall hatten seit Juni über die Ausgestaltung des angekündigten Stellenabbaus verhandelt.

Eindeutige Aufgabenverteilung

Nobiskrug will sich jetzt auf die Kernkompetenzen konzentrieren. Superjachten sollen entwickelt und gebaut werden. German Naval Yards Kiel ist spezialisiert auf die Planung und den Bau großer Marineschiffe wie Fregatten, Korvetten und Patrouillenboote. Im Zuge dieser Aufgabenteilung wird die Schiffrumpffertigung von Rendsburg nach Kiel verlagert.

Lindenau-Standort wird heruntergefahren

Der Geschäftsführer kündigte an, dass die Arbeiten am Lindenau-Standort in Kiel-Friedrichsort stark heruntergefahren und ab Mitte Januar 2019 vorläufig ausgesetzt werden. "Wir suchen nach einem neuen, wirtschaftlich tragfähigen Nutzungskonzept", sagte Liebler. Dazu führe man gerade intensive Gespräche, in die auch Vertreter von Stadt, Land und Bund eingebunden seien.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.12.2018 | 15:00 Uhr

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