Stand: 08.05.2020 18:03 Uhr

Nach Streit: Keine Koniks mehr im Speicherkoog

Nach dem Streit um vernachlässigte Wildpferde im Dithmarscher Speicherkoog haben sich die Beteiligten auf ein Vertragsende geeinigt. Ab Ende September soll es in dem Koog nach gut 15 Jahren keine Konik-Pferde mehr geben. Darauf verständigten sich das Umweltministerium, der Naturschutzbund Schleswig-Holstein (NABU) und der Kreis Dithmarschen. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) gab die Entscheidung im Landtag bekannt. Statt der Wildpferde sollen künftig Rinder und vorerst auch Schafe die Naturschutzfläche offen halten.

Zuständigkeit geht an das Land zurück

Für das Management des Naturschutzgebietes bei Meldorf, also für die Pflege und Beweidung des Speicherkoogs, ist ab September das Land zuständig. Nur die Betreuung des Schutzgebietes bleibt laut Albrecht in den Händen des NABU. "Ich freue mich, dass wir mit diesem Konzept kurzfristig und unkompliziert eine tier- und naturschutzorientierte Pflege in dem Gebiet auf sichere Beine stellen können", sagte Albrecht. Es gebe positive Beispiele, wie die Pflege durch das Land sowohl mit Rindern als auch mit Koniks professionell und tierschutzgerecht organisiert werden könne.

Gegenseitige Vorwürfe und Ermittlungen

Die im Dithmarscher Speicherkoog noch frei lebenden Koniks - zehn Stuten und zwei Fohlen - will der NABU als Besitzer der Herde schnellstmöglich verkaufen. Ende Februar war bekannt geworden, dass ein Großteil der Wildpferde im Speicherkoog stark unterernährt war, elf Koniks der 70 Tiere starken Herde verendeten.

Ein Großteil der Herde wurde daraufhin auf landwirtschaftliche Betriebe verteilt. Der NABU und das Land als Kooperationspartner des Projektes erhoben gegenseitige Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.05.2020 | 18:00 Uhr

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