Ein Zug der AKN Eisenbahn AG fähr im Großraum Hamburg. © imago images Foto: Chris Emil Janßen

Nach AKN-Unfall: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lokführer

Stand: 25.11.2020 11:59 Uhr

Im Oktober schleifte ein AKN-Zug ein Kleinkind in dessen Buggy etwa 20 Meter mit. Das Kind wurde schwer verletzt. Ein Gutachten schließt einen technischen Fehler nun aus.

Alle Systeme des Zuges, insbesondere die Sensoren der Türen, hätten am Unfalltag keine Fehler aufgewiesen, heißt es in dem Gutachten, das die Ermittler zitieren. Auch die Spiegel an dem AKN-Zug seien in Ordnung gewesen. Die Staatsanwaltschaft Kiel nehme deshalb nun die Ermittlungen gegen den Zugführer wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung auf, so ein Sprecher der Polizei.

Rad bleibt in Tür stecken

Der Kinderwagen mit dem 19 Monate alten Jungen war am 1. Oktober auf dem AKN-Bahnhof in Norderstedt-Friedrichsgabe in der Tür eingeklemmt worden. Das vordere der drei Räder des Buggys war in der Tür des Zuges steckengeblieben, als die Mutter aus dem Zug ausstieg und den Kinderwagen rückwärts hinter sich herzog. Als das Vorderrad noch im Waggon war, schloss sich die Tür. Sie öffnete sich erst wieder, nachdem ein Fahrgast die Notbremse betätigte und der Zug so stoppte.

Kind fällt ins Gleisbett

Durch den Nothalt öffnete die Tür automatisch, woraufhin der Kinderwagen mitsamt dem angeschnallten Kleinkind kopfüber ins Gleisbett fiel. Der Junge verletzte sich schwer, nach Angaben des Notarztes vor Ort aber nicht lebensgefährlich. Er wurde zusammen mit seiner 34 Jahre alten Mutter in ein Krankenhaus gebracht. Dort musste er mehrere Tage bleiben.

Weitere Informationen
Eine Eisenbahn auf einem Gleis. © AKN Eisenbahn AG

Kleinkind in Norderstedt von Zug mitgeschleift

Der Kinderwagen mit dem 19 Monate alten Jungen darin wurde in der Tür eines AKN-Wagens eingeklemmt und etwa 20 Meter mitgeschleift. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.11.2020 | 12:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Heiner Garg (l. FDP), Monika Heinold (m. Bündnis 90/Die Grünen) und Daniel Günther (r. CDU) stehen im Flur des Landeshauses in Kiel und tragen Mundschutzmasken. © NDR Foto: Anna Grusnick

Landesregierung will Lockerungsfahrplan vorlegen

Die Corona-Öffnungsstrategie soll sich an der 7-Tage-Inzidenz orientieren. Regierungschef Günther gibt jetzt Details bekannt - zu sehen im NDR Livestream. Video-Livestream

Einsatzkräfte der Polizei betreten ein Mehrfamilienhaus in Brunsbüttel. © NDR Foto: Karsten Schröder/Westküsten-News

Kinderpornografie: Wohnung in Brunsbüttel durchsucht

Wegen des Verdachts der Kinderpornografie laufen bundesweit Einsätze. Die Spuren führen auch ins schleswig-holsteinische Brunsbüttel. mehr

Das Hauptgebäude der Sana Kliniken in Lübeck ist zu sehen. © picture alliance / dpa | Markus Scholz Foto: Markus Scholz

Corona-Ausbruch in Sana-Kliniken: 81 Infizierte

Die Betroffenen hätten auf der chirurgischen Station gearbeitet, teilte eine Sprecherin mit. mehr

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand im Gegenlicht. © picture-alliance Foto: Arne Dedert

Vorgetäuschter Tod auf Ostsee: Mehrjährige Haftstrafen drohen

Es geht um Versicherungsbetrug in Millionenhöhe. Die Staatsanwältin beantragte heute vier Jahre Gefängnis für den Angeklagten. mehr

Videos