Stand: 20.06.2020 13:57 Uhr

Mit feinen Linien - Rellinger gewinnt Karikaturen-Wettbewerb

Er ist leidenschaftlicher Zeichner und liebt einfache, feine Linien in seinen Werken. Tyll Peters verbringt ganze Nächte an seinem Schreibtisch. "Das Schwierige ist, anzufangen. Am Anfang hat man ein weißes Blatt. Man muss den ersten Strich machen", sagt der 18-Jährige aus Rellingen (Kreis Pinneberg). Wenn er erstmal angefangen hat, würde es quasi von alleine gehen. Die Idole von Tyll Peters sind Asterix oder Donald Duck, hunderte Comics hat er gesammelt, und viele Videospiele, Zeitungen und Zeitschriften. Inzwischen zeichnet er nicht nur, er animiert auch Videos.

Mutter: Tyll hat als Kind sein Lieblingsbuch nachgemalt

Seine Leidenschaft für das Zeichnen begann bereits im Kindergarten. Eines seiner Lieblingsbücher handelte von einer Maus, die Sonnenstrahlen sammelte, erinnert sich Tylls Mutter Kerstin Peters: "Da er das Buch nicht besaß, hat er es einfach abgezeichnet." Schon früh hatte er einen Traum: Er wollte seine eigenen Zeichnungen abgedruckt sehen und begann ganze Heftreihen zu entwerfen. Seit seinem Abitur vor einem Jahr arbeitet er daraufhin, von seinem Hobby möglichst bald leben zu können.

Wettbewerb "Leben ohne Handy"

Karikaturist Tyll Peters sitzt an seinem Schreibtisch und zeichnet. © NDR
Tyll Peters sitzt oft Nächte lang an seinen Zeichnungen.

Als er von einem Nachwuchswettbewerb des französischen Satiremaganzins Charlie Hebdo erfuhr, bewarb er sich. Bereits vor mehr als fünf Jahren hielt er seine erste Ausgabe der Zeitschrift in der Hand, ist seitdem Fan. Durch den Bombenanschlag auf die Redaktion der Satiriker 2015 begann er, Karikaturen zu zeichnen. Seine Idee zum Thema "Leben ohne Handy": Eine Steinzeitfrau, die eine Nachricht von ihrem Mann liest - Emojis als Höhlenzeichnung. Tyll Peters gewinnt den Wettbewerb, setzt sich gegen 257 andere Zeichnungen durch. Die Begründung: Eine clevere Idee und der feine Zeichenstrich überzeugten.

Preisverleihung in Paris

Die Karikatur wurde inzwischen auch im Satiremagazin veröffentlicht. "Ich finde es toll", sagt Tyll Peters. Schon vor fünf Jahren habe er gewusst, "irgendwann mache ich sowas auch. Irgendwann sieht man eine Zeichnung von mir in sowas." Es ist für ihn aber immer noch sehr surreal. Seit der Veröffentlichung hat der Nachwuchszeichner einige Anfragen bekommen. Und im September geht es für ihn nach Paris zur Preisverleihung.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 20.06.2020 | 19:30 Uhr

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