Mehr als 100 Katzen - Prozessbeginn nach "Animal Hoarding"
Tierschützer beklagen schon seit längerem eine steigende Tendenz beim sogenannten "Animal Hoarding". Gemeint ist das krankhaft massenhafte Sammeln von Tieren. Am Donnerstag hat ein Prozess gegen zwei Frauen aus Großhansdorf begonnen.
Die beiden Frauen aus Groshansdorf (Kreis Stormarn) hatten in ihrem Haus mehr als 100 Katzen gehalten. Die wurden befreit und auf verschiedene Tierheime verteilt.
"Animal Hoarding" nimmt zu
Die Katzen aus Großhansdorf sind kein Einzelfall, denn das Phänomen "Animal Hoarding" tritt auch in Schleswig-Holstein immer häufiger auf, beobachtet der Tierschutzbund. Insgesamt sind es zwar nur wenige Fälle pro Jahr, dabei wird aber oft eine große Menge kranker Tiere aufgegriffen, erklärt Verbandschefin Ellen Kloth. Schon 2019 wurden im Kieler Stadtteil Gaarden mehr als 160 verwahrloste Tiere aus einer Drei-Zimmer-Wohnung gerettet. Darunter waren 36 Katzen, 51 Meerschweinchen, 32 Kaninchen und Dutzende weitere Kleintiere.
Die schiere Menge an Tieren bringt in solchen Fällen auch die örtlichen Tierheime an ihre Kapazitätsgrenze. Dabei geht es nicht nur um die Unterbringung, sondern auch um die medizinische Versorgung. Durch die meist engen Haltungsbedingungen brechen unter den Tieren schnell Krankheiten aus.
Betroffene merken nicht, dass es Tieren schlecht geht
Das "Animal Hoarding" gilt auch deshalb als krankhaft, weil die Halter wegen ihres Sammelwahns oft nicht erkennen, dass es den Tieren schlecht geht. Damit die Tiere nicht unnötig lange unter ihren Haltungsbedingungen leiden müssen, mahnt der Tierschutzbund ein schnelles Handeln der Behörden an. "Es müsste konsequent durchgesetzt werden, dass die betroffenen Menschen Tierhalteverbot bekommen und die Tiere sehr schnell beschlagnahmt werden", erklärt die Vorsitzende des Tierschutzbunds in Schleswig-Holstein.
