Stand: 09.03.2020 18:03 Uhr

Mehr Unfälle, weniger Tote und Verletzte in SH

Mehr Verkehrsunfälle, dafür weniger Tote und weniger Verletzte - das ist die Bilanz des Verkehrssicherheitsberichts 2019. Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) stellte die Statistiken am Montag vor. Demnach stiegt die Zahl der Verkehrsunfälle um 1,6 Prozent auf insgesamt 92.207. Es wurden 15.838 Menschen verletzt - und damit 72 weniger als 2018. Auf den Straßen des Landes kamen 100 Menschen bei Unfällen um Leben, 22 weniger als im Vorjahr.

Die Statistik zeigt auch, dass mehr Radfahrer denn je verunglückten - jeder vierte im Straßenverkehr war ein Radfahrer. An fast 4.600 Unfällen, ein Plus von 2,1 Prozent, waren sie beteiligt. Mehr als die Hälfte davon wurden von den Radfahrern selbst verursacht.

Schwerpunkt: Sicherheit des Radverkehrs

Eine immer größere Rolle spielen dabei Pedelecs. Um nahezu ein Viertel wuchs die Zahl der Unfälle mit E-Bikes auf 730. Sieben Unfälle gingen für die Fahrer dabei tödlich aus, alle Opfer waren Senioren, vier davon über 80 Jahre alt. Die Landespolizei kündigte an, die Sicherheit des Radverkehrs zu einem Schwerpunkt in diesem Jahr zu machen. E-Scooter spielen wegen bisher niedriger Zulassungszahlen kaum eine Rolle: 2019 wurden zehn Unfälle mit diesen Kleinstfahrzeugen gezählt.

Der Verkehrssicherheitsbericht im Überblick

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Gute Nachrichten von der Autobahn

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Junge Fahrer häufig in Unfälle verwickelt

Junge Fahrer unter 25 Jahren sind überdurchschnittlich häufig an Verkehrsunfällen beteiligt. Die Zahl der Unfälle, die von jungen Fahrern verursacht wurden, ging zwar zurück (minus 3,1), doch es gab mehr Verunglückte. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 2 Prozent, die Zahl der Schwerverletzten um 2,5 Prozent. Zwölf Verkehrsteilnehmer verunglückten tödlich, das sind zwei weniger als noch im Vorjahr.

Mehr Ablenkung durch Smartphones und Co.

Wie auch im vergangen Jahr spielt das Handy im Straßenverkehr eine immer größere Rolle. "Der am stärksten steigende Risikofaktor im Verkehr ist die Ablenkung durch elektronische Geräte", sagte Grote. Seit 2016 wurden in jedem Jahr mehr Ablenkungsverstöße durch elektronische Geräte festgestellt: 17.438 (plus 5,6 Prozent) Fahrer telefonierten oder tippten Nachrichten beim Fahren im vergangenen Jahr.

Auf Initiative der Landespolizei Schleswig-Holstein wird ab 2021 bundesweit eine neue Unfallursache "Ablenkung durch elektronische Geräte" eingeführt, um zukünftig genauere Aussagen zu diesem mittlerweile alltäglichen Phänomen treffen zu können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.03.2020 | 15:00 Uhr

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