Stand: 06.04.2018 06:17 Uhr

Kreuzfahrer: "Boudicca" ist Premierengast

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Die "Boudicca" ist der erste Gast in Kiel. An Bord sind rund 700 Passagiere.

Die Kreuzfahrtsaison in Kiel ist in diesem Jahr mit einer Premiere gestartet: Bei strahlendem Sonnenschein hat am Freitagmorgen der erste Gast, die "Boudicca", im Kieler Hafen am Ostseekai festgemacht. Das 205 Meter lange Schiff gehört der norwegisch-britischen Reederei Fred. Olsen Cruise Lines und kam durch den Nord-Ostsee-Kanal von Hamburg aus in die Landeshauptstadt. An Bord sind rund 700 englischsprachige Passagiere mit dem Ziel Dover im Süden Englands, hier war das Schiff auch in See gestochen. Zur Begrüßung überreichte Stadtpräsident Hans-Werner Tovar dem Kapitän des Schiffs, Juha Sartela, die obligatorische Erstanlaufplakette. Insgesamt sind laut Seehafen Kiel bis Ende Oktober etwa 170 Schiffsanläufe mit rund 600.000 Passagieren geplant.

Seehafen soll nachhaltiger werden

Pünktlich zum Saisonstart hat der Seehafen Kiel gemeinsam mit der Landeshauptstadt Kiel ein Konzept für die nachhaltige und umweltorientierte Entwicklung des Hafens vorgestellt. Das Konzept mit dem Titel "Blue Port Kiel" deklariert drei Haupthandlungsfelder: Emissionen sollen reduziert und Energien effizienter genutzt werden, außerdem soll der Ladeverkehr zunehmend auf die Schiene verlagert werden.

Erste Landstromanlage geplant

Um die Emissionen zu reduzieren will der Seehafen eine Landstromanlage einrichten. Diese soll am Norwegenkai stehen und die Schiffe, die nach Norwegen fahren, versorgen. Es wird zudem geprüft, ob weitere Terminals eine solche Anlage bekommen. Außerdem soll die Versorgung von Schiffen mit Flüssiggas vorangetrieben werden. Das erste Schiff, das in Kiel mit Flüssiggas betankt wird, soll 2019 die "AIDAprima" sein. Zudem will der Seehafen durch ein Umweltmanagement im Unternehmen sicherstellen, dass Energien effizient genutzt werden. Ein Schritt: Aller Strom, den der Hafen verbraucht, kommt aus regenerativen Quellen.

Um die Hinterlandanbindung zu verbessern und Transporte von der Straße auf die Schiene zu bringen, wird der Rangierbahnhof Kiel-Meimersdorf erweitert. So plant man, weitere Emissionen zu vermeiden. Ab 2019 sollen im Bahnhof auch Züge mit einer Länge von 750 Metern halten können, außerdem soll es ein drittes Rangiergleis geben.

Landeshauptstadt mit dicker Luft

Hintergrund des "Blue Port Kiel"-Konzepts ist auch die schlechte Luft in der Landeshauptstadt. Im August hatte die Deutsche Umwelthilfe der Stadt ein Ultimatum gestellt, weil die Grenzwerte für Stickstoffdioxid am Theodor-Heuss-Ring überschritten worden waren.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.04.2018 | 08:00 Uhr

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