Stand: 15.01.2020 17:05 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Kiel: Bombe auf Werftgelände ist entschärft

Einsatz der Wasserstrahlschneidanlage bei einer Bombenentschärfung in Kiel. © Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein
Für die laut Polizei "brisante" Entschärfung nutzte der Kampfmittelräumdienst eine Wasserstrahlschneideanlage.

Der Kampfmittelräumdienst hat am Mittwoch am Ostufer der Kieler Förde einen Bombenblindgänger entschärft. Die 500 Pfund schwere britische Fliegerbombe war bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Werft Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) gefunden worden. Sie befand sich in einem schlechten Zustand, weil sie stark deformiert war. Die Experten konnten den Zünder nicht herausschrauben, sondern mussten ihn sprengen. Sie nutzten eine sogenannte Wasserschneideanlage - eine Technik, die im vergangenen März erstmalig in Schleswig-Holstein zum Einsatz gekommen war.

Entschärfer: "Ich habe erst einmal meine Frau angerufen"

Da auf dem TKMS-Gelände Brennstoffzellentechnik verbaut wird, sprach Polizeisprecher Oliver Pohl von einer "brisanten" Entschärfung. Entschärfer Hans-Jörg Kinsky sagte NDR Schleswig-Holstein, als von der Bombe keine Gefahr mehr ausging, habe er sofort zum Handy gegriffen - um seine Frau zu informieren, dass es ihm gut gehe.

Mehr als 3.000 Menschen von Evakuierung betroffen

Vor der Entschärfung hatten Tausende Menschen die Sperrzone rund um den Fundort verlassen müssen. Die Evakuierung verzögerte sich etwas, da nicht alle Personen rechtzeitig ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verließen. Die Polizei setzte eine Drohne ein, um sicherzustellen, dass sich keine Personen mehr in der Sperrzone befinden.

Insgesamt waren mehr als 3.000 Menschen in 1.833 Haushalten von der Evakuierung betroffen, ebenso zahlreiche Geschäfts- und Kulturgebäude wie die Nikolaikirche. Auch das NDR Landesfunkhaus lag in der Sperrzone, die von der Polizei am frühen Nachmittag wieder freigegeben wurde.

Lkw-Fahrer verschlafen Evakuierung

Der Verkehr auf der Förde war für die Zeit der Entschärfung eingestellt. Die Fähre der Stena Line machte am Morgen nicht an ihrem gewohnten Liegeplatz fest, sondern am Ostuferhafen. Am Schweden- und Norwegenkai mussten Polizisten einige Lkw-Fahrer wecken, die nichts von der Entschärfung mitbekommen hatten. In der Notunterkunft in der Hans-Christian-Andersen-Schule im Stadtteil Gaarden fanden sich etwa 100 Menschen ein.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.01.2020 | 17:00 Uhr

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