Stand: 30.09.2019 21:19 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Kappeln: Fünf Bären in neuem Zuhause angekommen

Drei Braunbär-Weibchen und zwei Kragenbär-Männchen sind am Montagabend gut in ihrem neuen Zuhause im Weidefelder Tierschutzzentrum in Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) angekommen. Acht Stunden waren die Bären unterwegs, 530 Kilometer trennen sie jetzt von ihrer alten Unterkunft im Anholter Bärenwald in Isselburg (Nordrhein-Westfalen). Die fünf Bären mussten umziehen, weil ein Pachtvertrag Ende des Jahres ausläuft. Bären gab es auf dem Gelände des Deutschen Tierschutzbundes in Kappeln bislang nicht.

Der Umzug sei gut gelaufen, berichtete Projektleiter Patrick Boncourt. Zunächst habe es noch eine Orkanwarnung gegeben, dann schien doch die Sonne. "Besser hätte es nicht laufen können. Das Wetter passte und die Bären sind freiwillig in ihre Transportboxen gegangen", sagte Boncourt.

Bärenstarke Einwanderer im Norden

Bären spielerisch auf Transport vorbereitet

Wochenlang hatten Mitarbeiter mit den Bären trainiert: Die Tiere sollten spielerisch lernen, in die Transportkisten zu gehen. "Jeder Bär hat vorab ein sogenanntes Klickertraining absolviert", erklärt Boncourt. Sobald sich die Bären der Box näherten oder sie hineingingen, ertönte ein Klickerlaut und sie erhielten eine Belohnung. Das klappte am Montag alles ohne Probleme.

Die Bären waren am Morgen jeweils einzelnd in speziellen Metallboxen auf Reisen gegangen. Den Transport übernahm eine Spezialfirma mit zwei Kleinlastern. Zwei Tierpfleger aus Nordrhein-Westfalen und drei aus Weidefeld begleiteten den Transport, auch ein Tierarzt und Assistenten waren dabei. Boncourt: "Das fühlt sich gut an für das ganze Team. Ich bin stolz auf das Team, auf alle, die mitgeholfen haben."

Erst Eingewöhnung - und dann raus ins Freie

Die Planungen für den Umzug hatten etwa 18 Monate gedauert. Das Gelände auf dem ehemaligen Bundeswehrstandort Weidefeld ist 13 Hektar groß. Zwei Bunker wurden speziell für die Tierhaltung umgebaut. Die Projektkosten in Höhe von circa zwei Millionen Euro finanziert der Deutsche Tierschutzbund mit Spenden. Für die Bären stehen nach Angaben von Projektleiter Boncourt sechs Innenställe und fünf Außengehege bereit.

Nach ihrer Ankunft konnten "Serenus", "Balou", "Mascha", "Ronja" und "Maya" direkt ins Innengehege laufen. Die Tiere sollen sich nun erst einmal an ihre neue Heimat gewöhnen. In einigen Tagen ist geplant, sie ins Außengehege zu lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.09.2019 | 22:00 Uhr

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