Stand: 27.02.2018 16:54 Uhr

Kanal-Schleuse in Kiel: Schweißer im Einsatz

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Werftarbeiter haben damit begonnen, verbogene Stahlteile abzuschweißen.

Nach der Frachter-Havarie im Nord-Ostsee-Kanal ist in Kiel-Holtenau weiter eine der beiden Schleusen defekt. Der Schaden am Schleusentor der Südkammer geht laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau in den zweistelligen Millionenbereich. Doch wie kaputt das Tor tatsächlich ist, das kann zurzeit noch niemand mit Gewissheit sagen. Nach Angaben von Experten ist die Situation unter Wasser unübersichtlich. Am 19. Februar hatte das 150 Meter lange Containerschiff "Akacia" das Schleusentor gerammt und teilweise durchbrochen. Nun hat die Rendsburger Nobiskrug-Werft den Auftrag bekommen, das Tor auszubauen.

"Akacia" darf Hafen nicht verlassen

Noch ist nicht klar, wer für den Schaden aufkommt, da die Unfallursache noch nicht bekannt ist. Deshalb hat die Generaldirektion der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung beim Kieler Amtsgericht einen Arrest für den Frachter beantragt. Bis auf weiteres darf die "Akacia" den Kieler Nordhafen nicht verlassen. Damit will die Behörde nach eigenen Angaben für notwendige Sicherheiten sorgen, damit der Gesamt-Schaden abgedeckt ist. Die Reederei aus Hamburg wollte sich auf Nachfrage bislang nicht äußern.

Schwierige Ausbau-Arbeiten

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Mithilfe eines Krans werden die defekten Teile Stück für Stück aus dem Wasser gezogen.

Am Dienstag haben Werftarbeiter von Nobiskrug damit begonnen, erste Stahlteile des defekten Schleusentores zu entfernen. Dafür hatten die Verantwortlichen einen Kran aus Hamburg angefordert. Die Arbeiter schweißen Stück für Stück die verbogenen Metallteile an dem 1.000 Tonnen schweren Schleusentor ab, der Kran zieht sie anschließend nach oben. Das wird nach Einschätzung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes wohl mehrere Tage dauern. Wenn das erledigt ist, sollen sich Ingenieure die Tor-Reste anschauen - und dann entscheiden, wie das Tor am besten geborgen werden kann. Erst danach könne entschieden werden, ob das kaputte Schleusentor erneuert werden muss oder doch noch repariert werden kann, so Matthias Visser vom Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt. Sicher ist: Der Frachter hat das Tor bis sieben Meter unter der Wasserspiegeloberfäche zerstört.

Neues Tor steht schon bereit

Ziel ist laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, das stark beschädigte Schiebetor schnell und sicher aus seiner Torlaufbahn zu enfernen. Danach soll ein bereitstehendes Reservetor eingebaut werden, damit die Schifffahrt wieder schnellstmöglich ungehindert in den Kanal ein- und auslaufen kann. Bei unbeschädigten Toren dauert so ein Wechsel in der Regel zwei bis drei Tage. Doch diesmal dürfte es nach Einschätzung von Experten wohl deutlich länger dauern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 27.02.2018 | 14:00 Uhr

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