Stand: 27.04.2017 19:56 Uhr

Inselbürgermeister diskutieren Klimawandel

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Halligen, wie Hooge, sind vom Klimawandel bedroht.

Mit der Erderwärmung steigt der Meeresspiegel und bedroht auch die Inseln und Halligen vor der Küste Schleswig-Holsteins. Die Bürgermeister der Inseln und Halligen haben über Probleme beim Küstenschutz in Zeiten des Klimawandels diskutiert. "Deichbau früher war einfacher", sagte der Chef des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), Johannes Oelerich, auf der 39. Insel- und Halligkonferenz (IHKo) auf der Hallig Nordstrandischmoor.

30 Millionen Euro teures Warft-Programm

Munitionsreste vor Helgoland, Schäden durch Stürme wie "Xaver" - und die Konkurrenz von Küsten- und Naturschutz im Nationalpark Wattenmeer sorgten für Debatten unter den rund 25 Bürgermeistern der IHKo. Oelerich stellte auch das rund 30 Millionen Euro teure Warft-Programm im Kontext der Wattenmeerstrategie 2100 vor. Unter bestimmten Bedingungen werden Warften erhöht. So kann sichergestellt werden, dass diese einer möglichen Jahrhundertflut standhalten. Aber: "Wir brauchen Material", sagte Oelerich. Allein für eine Deichverstärkung auf Föhr seien 600.000 Kubikmeter Sand erforderlich, für eine neue Klimawarft auf Nordstrandischmoor 24.000 Kubikmeter. Die Inselbürgermeister forderten auf der Konferenz, den Küstenschutz von den Ausgleichsflächen zu befreien. Oelerich sagte dazu jedoch: "Das Gesetz ist wie es ist."

Die Insel- und Halligkonferenz fand erstmals auf der kleinen Hallig Nordstrandischmoor statt, die wie alle nordfriesischen Inseln und Halligen als Wellenbrecher für die Küste gilt. Auch eine Besichtigung des neuen Klimadeichs auf Nordstrand stand auf dem Programm.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.04.2017 | 09:00 Uhr

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