Immobilienpreise im Hamburger Umland steigen weiter

Stand: 31.03.2021 11:00 Uhr

Der Wunsch nach einem Eigenheim wird bei vielen größer, die Immobilenpreise ziehen weiter an. Das zeigt der LBS-Immobilienatlas.

Die Corona-Pandemie zwingt alle in die eigenen vier Wände. Gleichzeitig wird der Wunsch nach einem Eigenheim immer schwerer zu realisieren. Die Immobilienpreise im Süden Schleswig-Holsteins steigen immer weiter. "Die von vielen aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie erwarteten Abschwünge in der Preisentwicklung sind bislang nicht eingetreten", sagt Jens Grelle, Vorstandsvorsitzender der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG. Weil der Wohnraum auch in Hamburg immer teurer wird, zieht es immer mehr Menschen in das schleswig-holsteinische Umland. Deswegen müssen Käufer immer mehr Geld für Immobilien in der Metropolregion hinlegen, wie der aktuelle LBS-Immobilienatlas zeigt.

Monopoly-Häuser und -Hotels auf Geldscheinen. © imago/Ralph Peters
AUDIO: Hamburger Umland: Immobilienboom geht weiter (1 Min)

Immobilien in Schenefeld und Wentorf-Aumühle besonders teuer

Im Umland von Hamburg sind gegenüber Anfang 2020 für neue Häuser 12,8 Prozent mehr zu zahlen, die Preise für neue Wohnungen legten um 8,5 Prozent zu. Bestehende Häuser und Eigentumswohnungen im Hamburger Umland kosten im Schnitt 11,1 beziehungsweise 11,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Süden Schleswig-Holsteins ist es vor allem in Schenefeld (Kreis Pinneberg) teuer geworden. Hier lag der Quadratmeterpreis für eine neue Eigentumswohnung zu Beginn des Jahres bei 5.252 Euro. Ähnlich sieht es auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern aus: Hier mussten Käufer im Januar 2021 einen Preis von 5.608 Euro in Wentorf-Aumühle (Kreis Herzogtum Lauenburg) bezahlen. Deutlich günstiger sind Immobilien im Lauenburger Umland. Hier liegt der Quadratmeterpreis für ein Eigenheim bei 2.630 Euro.

Corona-Pandemie schärft Blick auf eigenes Zuhause

Das größte Angebot an Immobilien hielt im vergangenen Jahr Norderstedt bereit. Hier wurden im untersuchten Zeitraum die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen auf dem Markt angeboten - dicht gefolgt von Rellingen, Quickborn und Pinneberg (alle Kreis Pinneberg). "Erste Umfragen zeigen, dass die Corona-Pandemie den Blick auf das eigene Zuhause schärft. Das wirkt sich auf die Wünsche an den Wohnraum aus", erklärt Grelle die grundsätzlich hohe Nachfrage und die steigenden Preise. Sicherheit, ein lebenswertes Umfeld, ein weiteres Zimmer für Homeoffice, ein Balkon zum abendlichen Entspannen oder eine Terrasse würden verstärkt an Bedeutung gewinnen, so Grelle weiter.

Zinsfreie Kredite für einkommensschwache Familien

Um auch einkommensschwachen Familien den Wunsch nach einem Eigenheim zu ermöglichen, hatte die Landesregierung erst am Dienstag zinsfreie Kredite angekündigt. Laut Innenministerium sollen Familien und Alleinerziehende ab Donnerstag, 1. April, leichter an zinsfreie Darlehen der Investitionsbank Schleswig-Holstein kommen können. Es geht um Kredite bis 100.000 Euro für einkommensschwache Familien. Das Einbringen von Eigenkapital ist laut Ministerium nicht notwendig. Zudem bleiben die Kredite 20 Jahre zinsfrei. Fällig wird jedoch eine jährliche Verwaltungsgebühr von einem halben Prozent. Außerdem ist die Vergabe der Förderkredite an Voraussetzungen geknüpft. Ein Paar mit zwei Kindern zum Beispiel darf ein Brutto-Jahreseinkommen von etwa 60.000 Euro nicht überschreiten.

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Im Bau befindliches Haus. © NDR Foto: Dirk Drazewski

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 31.03.2021 | 11:00 Uhr

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