Stand: 12.10.2018 05:00 Uhr

Helgolands Binnenhafen wird runderneuert

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Der Binnenhafen von Helgoland bekommt unter anderem eine Flaniermeile und neue Bootsliegeplätze. Das Südwestufer mit seinem Holzbohlensteg wird verbreitert.

Helgolands Binnenhafen mit seinen bunten Hummerbuden bekommt eine Auffrischungskur in Millionenhöhe. Am Donnerstag haben auf der Insel die Sanierungsarbeiten begonnen. Die Gemeinde, die zum Kreis Pinneberg gehört, will den Hafen zwischen Südhafengelände und Ortskern anschließend modernisieren. Die zuständige Hafenprojektgesellschaft veranschlagt für die Bauarbeiten insgesamt 25 Millionen Euro. Es sind mehrere Arbeitsschritte geplant.

"Wir sind froh, dass es jetzt losgeht"

"Diese Kaje ist im Grunde schon seit den 90er-Jahren abgängig, hier muss dringend etwas gemacht werden", erklärt Jan Berschneider von der Hafenprojektgesellschaft. Der Binnenhafen sei einfach auch zu wichtig für die Insel als Herzstück zwischen Hafen und dem Ortskern, als dass man hier nichts macht, erklärt er weiter. Es gebe auch Liegeplatzknappheit auf der Insel. Und: Der Hafen soll attraktiver sein. "Wir sind froh, dass es jetzt losgeht", meint Berschneider.

Ein künstlich erstelltes Foto vom Hafen in Helgoland 2019. © NDR

Helgoländer Hafen wird saniert

Schleswig-Holstein Magazin -

Heute ist Baubeginn am Helgoländer Hafen. Der Hafen war marode und wird nun saniert. Entstehen soll eine neue Hafeninfrastruktur mit mehr und tideunabhängigen Liegeplätzen.

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Erst die Spundwand, dann die Kriegsreste

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Voraussichtlich bis Frühsommer 2021 dauern die Arbeiten insgesamt. Eine der großen Herausforderungen: die monatelange Kampfmittelräumaktion.

Zunächst muss die Standsicherheit des Südostufers hergestellt werden, die Spundwand ist nämlich durchgerostet. Das Hafenbecken kann erst danach ausgebaggert werden. Während dieser Arbeiten müssen Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg entsorgt werden. Sie werden sowohl unter der Kaje - der Kaianlage - vermutet, als auch im Wasser. Eine große Herausforderung, weiß Berschneider. Der Kampfmittelräumdienst ist bis mindestens Mitte Mai auf Helgoland beschäftigt. Sollte das Wetter allerdings nicht passen und die Zahl der Kampfmittelfunde erheblich sein, könnten die Arbeiten noch bis Mitte Juni dauern.

Südwestufer bekommt breiteren Steg

Das verunreinigte Baggergut wird nach Hamburg zur Entsorgung gebracht. In der ersten Phase, die bis Mai 2019 geplant ist, soll auch das Südwestufer mit seinem Holzbohlensteg verbreitert werden. Dabei wird auch der Steg auf der gesamten Länge breiter gemacht, dadurch entstehen mehr Sitzgelegenheiten.

Arbeiten dauern bis Frühsommer 2021

In einer zweiten Phase von Herbst 2019 bis Frühsommer 2021 können dann die Kajenanlagen erneuert werden. Der neue Hafen soll Liegeplätze für verschiedene Schiffstypen bieten und weniger tidenabhängig sein. Auch das Südostufer erhält einen neuen Look, mit geschwungenen Sitzbänken und Grünflächen mit Durchgängen.

Logistische Herausforderung

Die Vorarbeiten, Beratungen und Planungen für das Projekt dauerten mehrere Jahre. Jede Baumaßnahme auf der Insel sei eine logistische Herausforderung, sagt Berschneider von der Hafenprojektgesellschaft Helgoland. Es gebe wenig Platz auf dem Wasser und an Land, um Baustellen einzurichten. Deshalb auch die hohen Kosten, erklärt er. Die 25 Millionen Euro kann Helgoland nicht alleine tragen. Land und Bund übernehmen einen Teil der Kosten.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 11.10.2018 | 19:30 Uhr

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