Stand: 26.04.2019 14:58 Uhr

Helgoland: Inselkonferenz endet ohne Resolution

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Auf Helgoland haben Teilnehmer über nachhaltige Strategien für das Leben auf den Inseln und Halligen beraten.

Auf Helgoland ist am Freitagmittag die erste Deutsche Inselkonferenz zu Ende gegangen. Zwei Tage lang diskutierten 120 Teilnehmer über Zukunftsthemen, darunter Politiker wie Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Dabei ging es zum Beispiel um die Folgen des Klimawandels, um nachhaltigen Tourismus und um günstigen Wohnraum. Ursprünglich war auch geplant, eine Resolution mit Forderungen an Landesregierungen, den Bund und die EU zu unterzeichnen. In der Abschlusserklärung sollten eigentlich Forderungen an den Bundestag und die EU gestellt werden, um die Standortnachteile der Inseln auszugleichen - zum Beispiel wollten die Teilnehmer von der EEG-Umlage für Stromimporte befreit werden. Dazu kam es aber nicht.

Nächste Auflage soll im April 2020 auf Rügen stattfinden

Nach Angaben von Helgolands Bürgermeister Jörn Singer (parteilos) waren die Ostseeinseln nicht vertreten. Man wolle nicht als Minderheit ein Papier veröffentlichen, das für die Mehrheit sprechen soll, sagte Singer. Die Resolution wäre daher nicht repräsentativ gewesen. Singer sagte, dass man bei der nächsten Inselkonferenz im April 2020 einen Text beschließen wolle. Nach seinen Angaben findet sie dann in Rügen statt. Trotz des Verzichts auf die Resolution bewertete Singer die Inselkonferenz als sehr gut. Es sei gelungen, die Inseln und ihre Probleme auf die politische Landkarte der Europäischen Union und der Bundesregierung zu setzen.

Menschen sorgen sich um bezahlbaren Wohnraum

Ein Schwerpunkthema an den beiden Tagen war auch der Mangel an bezahlbaren Wohnraum. Hintergrund ist die Immobilienentwicklung auf den Inseln. Der Kauf von Häusern und Wohnungen wird dort immer teurer. Das gilt nicht nur für die Luxusinsel Sylt, wie der Ende 2018 vorgestellte Immobilienatlas der LBS Bausparkasse zeigte: Auf Sylt stiegen die Quadratmeterpreise für Häuser um 7,7 Prozent auf durchschnittlich gut 10.600 Euro, für Wohnungen um 3,5 Prozent auf 7.150. Viele Inselbewohner können solche Preise nicht bezahlen. "Es geht darum, wie wir dem Ausverkauf der Inseln entgegenwirken können", sagte Singer. Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) und ehemaliger Innenminister von Schleswig-Holstein, hatte die Gründung eigener Inselgenossenschaften angeregt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.04.2019 | 12:00 Uhr

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