Stand: 29.11.2018 17:13 Uhr

Friseur Klinck mit 750 Mitarbeitern insolvent

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Eine der rund 100 Filialen der Friseur-Kette Klinck in Kiel. Sie befindet sich in einem Insolvenzverfahren.

Die Kieler Friseurkette Klinck befindet sich in einem Insolvenzverfahren. Das Unternehmen hat am Mittwoch den entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Kiel gestellt. Das Gericht ernannte den Hamburger Rechtsanwalt Jens-Sören Schröder zum Insolvenzverwalter der Friseur Klinck GmbH. Das Unternehmen beschäftigt nach Angaben von Schröder aktuell "knapp 750 Mitarbeiter". Es betreibt 95 Salons in sieben Bundesländern - auch unter den Markennamen Cut & Cash, F.B.I und TopHair. Schwerpunkte sind Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Auf seiner Homepage beschreibt sich das Unternehmen als Arbeitgeber von 1.000 Mitarbeitern.

Mitarbeiter sollen Insolvenzgeld erhalten

"Friseur Klinck bleibt geöffnet. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter", sagte Schröder. Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sollen über Insolvenzgeld gesichert werden. Er werde heute die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes bei der zuständigen Arbeitsagentur in Kiel beantragen, erklärte er.

Insolvenzverwalter: Umsatzrückgang Grund für Probleme

Grund für die drohende Zahlungsunfähigkeit ist laut Insolvenzverwalter Schröder ein Umsatzrückgang in diesem und im vorherigen Jahr. Der habe zu Liquiditätsengpässen geführt. Seit Mittwoch verschafft sich Schröder nach eigenen Angaben einen Überblick über die finanzielle Situation des Betriebes. Die meisten Salons würden schwarze Zahlen schreiben, sagte Schröder. Für die Filialen, auf die das nicht zuträfe, müsse man einen Verkauf oder eine Schließung prüfen. Ziel sei es aber, die Friseurkette Klinck dauerhaft zu erhalten.

Innung: "Der Kuchen wird kleiner"

Die Insolvenz von Klinck sei "sehr schwerwiegend", sagte Friseur-Landesinnungsmeister Hartmut Klotz NDR 1 Welle Nord. "Klinck ist im Friseur-Handwerk der größte Arbeitgeber in Schleswig-Holstein und auch der größte Ausbilder." Generell werde die Situation für das Handwerk immer schwieriger. "Der Kuchen wird kleiner, weil wir immer noch an Betrieben wachsen und immer mehr Klein- und Kleinstbetriebe bekommen", sagte er weiter.

Klinck feierte in diesem Jahr sein 90. Jubiläum. Geschäftsführerinnen sind zwei Enkelinnen des Gründers Wilhelm Klinck, Monika und Susanne Klinck.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.11.2018 | 17:00 Uhr

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