Stand: 15.02.2019 19:14 Uhr

"Fridays For Future": Schüler treffen Politiker

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Schüler demonstrieren seit Wochen unter dem Motto "Fridays For Future" jeden Freitag für den Klimaschutz und den Kohleausstieg.

Der wochenlange Protest von Schülerinnen und Schülern auch vor dem Landeshaus, fand im Parlament eine breite Wertschätzung. "Fridays For Future" heißt die Initiative, die Schüler weltweit wöchentlich auf die Straße bringt. Ihr Ziel: ein besserer Klima- und Umweltschutz. Dafür protestierten auch am Freitagvormittag wieder etwa 80 Schüler vor dem Kieler Landeshaus. Lautstark, denn sie wollen sich Gehör verschaffen, vor allem in der Politik. Das scheint auch zu klappen, denn es trafen sich einige Mitglieder von "Fridays For Future" am Rande der Landtagssitzung mit Abgeordneten der Jamaika-Koalition.

Prien: Einsatz für die Zukunft - aber nicht in der Schulzeit

"We are unstoppable - wir sind nicht aufzuhalten", skandierten die Jugendlichen vor dem Landeshaus, als die Abgeordneten das Gebäude betraten. Längst werden die jungen Leute nicht mehr nur als Schulschwänzer wahrgenommen, sondern als hoch motivierte Menschen, die außerhalb der etablierten Politik für einen besseren Klimaschutz kämpfen. Und dafür gibt es inzwischen auch Anerkennung. Sie finde es klasse, dass sich Schüler auch in Schleswig-Holstein aktiv für ihre Zukunft einsetzen, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Freitag im Landtag. Dass die Aktionen während der Schulzeit stattfinden, davon ist die Ministerin hingegen nicht begeistert.

Erst der Regelbruch beschert Schülern Aufmerksamkeit

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Es ist ein Spagat zwischen Förderung des Engagements junger Menschen und der Durchsetzung des Schulgesetzes - und damit ein Dilemma. Das weiß auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Eka von Kalben: "Nur dadurch, dass die Schüler die Regeln brechen, erhalten sie überhaupt diese Aufmerksamkeit", meint von Kalben. "Das ist ziviler Ungehorsam und ich sage Ihnen, wenn die donnerstags um 5 Uhr demonstrieren würden, würde niemand darüber reden." Jetzt sei es wichtig, den Schülern zuzuhören, so von Kalben weiter.

Viel Anerkennung von Landespolitikern

Und genau deshalb hatten Vertreter der Jamaika-Koalition eine Delegation der Schüler im Landeshaus empfangen. Es sei einfach toll, dass junge Leute ihre Zukunft in die Hand nehmen - da waren sich die meisten Politiker nach dem Treffen einig. Man wolle eine politisierte Jugend, meinte Martin Habersaat von der SPD. Man nehme die jungen Menschen vor dem Landtag ernst, sagte Tobias Loose (CDU).

Kritik kommt von der AfD

Nach Meinung von Anita Klahn von der FDP hätten die Schüler ihr Ziel erreicht, indem sie sich Gehör verschafft haben. Klahn forderte die Schüler auf, künftig nicht die Schule zu schwänzen, sondern entsprechende Berufe zu ergreifen, um gegen die Klimaherausforderungen vorzugehen. Frank Brodehl (AfD) meinte hingegen, Jamaika und die SPD begrüßten die Demonstrationen nur, weil sie ihre eigenen Ziele unterstützen. Mit "Fridays For Future" würden linksgrüne Klimaschutzpositionen vertreten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.02.2019 | 17:00 Uhr

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