Stand: 18.09.2020 17:38 Uhr

Förde Sparkasse und Sparkasse Mittelholstein kündigen Fusion an

Das Sparkassen-Logo im Pflaster vor der Sparkasse Hohenwestedt © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder
Eine Filiale der Förde Sparkasse in Hohenwestedt.

Ein Zusammenschluss der Sparkasse Mittelholstein und der Förde Sparkasse wird immer wahrscheinlicher. Die jeweiligen Aufsichtsgremien haben der Aufnahme von Fusionsgesprächen zugestimmt. Das teilten beide Sparkassen am Freitag gemeinsam mit. Ende des Jahres soll entschieden werden, wie die weiteren Schritte sind. Betriebsbedingte Kündigungen soll es durch die Fusion nicht geben. Auch Filialschließungen seinen nicht geplant, hieß es.

Vorstand: Beiden Sparkassen geht es finanziell gut

"Ziel einer möglichen Fusion ist es, die Position als Marktführer in den Geschäftsgebieten zu sichern und zu stärken", meinten die Vorstandsvorsitzenden Götz Bormann (Förde Sparkasse) und Sören Abendroth (Sparkasse Mittelholstein). Derzeit seien beide Sparkassen wirtschaftlich kerngesund, betonten sie übereinstimmend. Dennoch müsse man sich rechtzeitig auf sich weiter verschärfende Wettbewerbsbedingungen einstellen.

Landrat: Sparkasse soll Sparkasse bleiben

In der aktuellen Situation ist es vorteilhaft Gespräche zu führen, findet Rolf-Oliver Schwemer, Landrat von Rendsburg-Eckernförde und stellvertretender Verwaltungschef der Förde Sparkasse. Rote Linien will er bei den Gesprächen nicht ziehen. Ihm ist es aber wichtig, dass durch eine Zusammenführung "nicht Tür und Tor für private Investoren geöffnet werde", sondern "dass die Sparkasse Sparkasse bleibt" - in überwiegend kommunaler Trägerschaft. "Eine mögliche Fusion soll dafür sorgen, dass die Sparkasse als starker Partner in der Region erhalten bleibt und das bedeutet für mich auch: eine Präsenz in der Fläche", sagte Schwemer.

Ver.di besorgt wegen möglichen Folgen

Die Gewerkschaft ver.di sorgt sich um den Erhalt der Arbeitsplätze. "Es hat in beiden Unternehmen schon massiven Personalabbau gegeben. Eine Fusion unter dem Dach einer AG birgt die Gefahr, dass dieser nun noch verschärft wird", sagte Gewerkschaftssprecher Frank Schischefsky. Die Sparkasse Mittelholstein unterliege bereits keiner Tarifbindung mehr. Wenn sich ein solches Modell auf die Beschäftigten der Förde Sparkasse übertrage, sei Ärger vorprogrammiert. "Aus unserer Erfahrung bergen solche Fusionen mittelfristig die massiven Gefahren von Kunden- und Beschäftigtenverlust."

Institut mit Bilanzsumme von mehr als zehn Milliarden Euro

Durch einen Zusammenschluss der beiden Häuser entstünde ein Institut mit einer Bilanzsumme von mehr als zehn Milliarden Euro und 1.600 Mitarbeitern. Bei der Förde Sparkasse arbeiten derzeit rund 1.200 Beschäftige, bei der Sparkasse Mittelholstein 400.


18.09.2020 16:50 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version haben wir geschrieben, dass bei der Sparkasse Mittelholstein 200 Beschäftigte arbeiten. Das stimmt nicht, es sind 400. Wir haben es korrigiert.

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.09.2020 | 15:00 Uhr

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