Stand: 11.09.2019 12:11 Uhr

Fehmarnbelttunnel im Fokus der Nordbau-Eröffnung

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Auf dänischer Seite haben die Vorbereitungsarbeiten für den Fehmarnbelttunnel schon begonnen.

Bei der Eröffnung der Nordbau-Messe in Neumünster hat am Mittwoch der geplante Fehmarnbelttunnel eine zentrale Rolle gespielt. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hob in seiner Rede die aus seiner Sicht großen Potenziale der umstrittenen Querung hervor. Der Tunnel sei "von größter wirtschaftlicher und auch gesellschaftlicher Bedeutung. Er wird die Zusammenarbeit weiter ausbauen", sagte der Regierungschef. Es gebe zwar immer wieder Widerstände gegen das Projekt, für ihn stünden aber die Chancen absolut im Mittelpunkt. Auch die Botschafter der skandinavischen Länder waren bei der Eröffnung der Messe anwesend.

Der geplante, knapp 18 Kilometer lange Absenktunnel zwischen Deutschland und Dänemark gilt als eines der größten Infrastrukturprojekte Europas - ist aber sehr umstritten. Die Wirtschaft sieht viele Chancen, Naturschützer sehen viele Risiken. Klagen und Proteste kommen aus unterschiedlichen Richtungen.

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Günther: Zahl der Beschäftigten gestiegen

Die Messeveranstalter hatten im Vorfeld betont, dass der Tunnel nicht nur die nordeuropäischen Länder mit dem Wirtschaftsraum Festland-Europa verbinde, sondern auch den gesamten Ostseeraum stärke. Die Baubranche werde von dem Großprojekt ebenfalls maßgeblich profitieren, so Ministerpräsident Günther. Für das Großprojekt zwischen der dänischen Insel Lolland und Fehmarn würden allein bei den Hauptfirmen 3.000 Menschen beschäftigt, so Günther. Zulieferer und Subunternehmer aus Schleswig-Holstein könnten partizipieren. Erfreulicherweise sei die Zahl der größeren Betriebe und damit auch die Zahl der Beschäftigten im Baugewerbe deutlich gestiegen. Dazu trage die Nordbau als Aushängeschild der Bauwirtschaft entscheidend bei, so Günther.

Mehr als 800 Aussteller aus 14 Ländern

Nach Angaben der Veranstalter ist die Nordbau die größte Kompaktmesse fürs Bauen im nördlichen Europa und seit mehr als sechs Jahrzehnten die Austauschplattform und Anlaufstelle für alle Bauverantwortlichen und die Bauwirtschaft aus dem gesamten Ostseeanrainerraum. Jährlich informieren den Angaben zufolge mehr als 800 Aussteller aus 14 Ländern mehr als 60.000 Besucher über neue Trends in der Baubranche.

Mehrere Sonderschauen gehen ins Detail

Auch in diesem Jahr gibt es zudem mehrere Sonderschauen. So befasst sich der Schwerpunkt "Sportstätten der Zukunft" mit dem Thema Sportstättensanierung. Regierungschef Günther verwies darauf, dass das Land die finanzielle Förderung von Sportstätten in den vergangenen zwei Jahren immer wieder erhöht habe. Allein in diesem Jahr seien dafür 18 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

Die Sonderschau "Lebensräume gestalten + SmartHome" geht unter anderem dem Trend moderner Haustechniksteuerung per Klick nach. Ein weiterer Schwerpunkt ist unter dem Motto "Digitale Baustelle Part 2" auch in diesem Jahr die voranschreitende Digitalisierung auf der modernen Baustelle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.09.2019 | 12:00 Uhr

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