Stand: 23.10.2018 10:32 Uhr

Dürrehilfen: Erst 36 Anträge gestellt

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Der Rekordsommer hat die Böden ausgetrocknet und die Ernten verringert. Doch die Dürrehilfen werden von den Bauern kaum nachgefragt.

Die vom Bund bereitgestellten Dürrehilfen für notleidende Bauern werden in Schleswig-Holstein kaum beantragt. Innerhalb der ersten Woche haben lediglich 36 Bauern beim Landwirtschaftsministerium in Kiel Anträge gestellt, um in diesem Jahr noch Abschlagszahlungen zu bekommen. Insgesamt stehen 20 Millionen Euro von Bund und Land zur Verfügung. Noch zehn Tage haben die Landwirte für den entsprechenden Antrag Zeit. Das Ministerium geht davon aus, dass die Zahl der Antragssteller zum Ende der Frist noch ansteigen wird.

Einige Kreisbauernverbände rechnen nicht damit, dass viele Landwirte auf die staatliche Unterstützung zurückgreifen werden. Die Voraussetzungen, um Geld zu bekommen, seien zu streng. Die Landwirte müssten ihr Vermögen offenlegen, das schrecke ab. Außerdem könnten zusätzliche Einkünfte von Windkraft- oder Solaranlagen schon zum Scheitern des Antrags führen, ebenso wie ein Ehepartner mit eigenem Gehalt.

Bauern und Verband schätzen Lage unterschiedlich ein

Der Landesbauernverband hatte geschätzt, dass Hunderte Betriebe in Schleswig-Holstein nach der Dürre Unterstützung brauchen. Doch die Basis sieht das anders. "Ich habe das Gefühl, dass hier oben die meisten eigentlich gegen diese Dürrehilfen sind", sagt Landwirt Thomas Andresen aus Sillerup (Kreis Nordfriesland). "Im Süden und Osten Deutschlands sind die großen Ackerbaubetriebe natürlich etwas mehr gekniffen als wir in Schleswig-Holstein. Wobei die schlechten Ernten zum Teil dann jetzt wieder über höhere Preise ausgeglichen wurden, und da hätte ich mir vom Bauernverband ein bisschen mehr Geduld gewünscht."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.10.2018 | 12:00 Uhr

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