Stand: 21.02.2018 16:45 Uhr

Defekte Brennstäbe aus Brunsbüttel in Schweden

Drei Wochen hat es gedauert - nun sind 13 defekten Brennstäbe aus dem Atomkraftwerk Brunsbüttel in Schweden eingetroffen - mit insgesamt drei Lkw-Transporten. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) in Kiel mit. Der genaue Zeitpunkt für den Transport war geheim - wegen befürchteter Proteste. In Schweden werden die Brennstäbe nun vom Forschungsinstitut Studsvik Nuclear AB untersucht.

Wie umgehen mit defekten Brennstäben?

Die Betreibergesellschaft Vattenfall hatte die Studie in Auftrag gegeben und erhofft sich Erkenntnisse für die Anforderungen an die Zwischenlagerung solcher defekter Brennstäbe. Im Zwischenlager Brunsbüttel befinden sich 20 Behälter mit knapp 1.000 Brennelementen - jedes dieser Brennelemente enthält bis zu 96 Brennstäbe mit abgebranntem Kernbrennstoff.

Das AKW Brunsbüttel, das 30 Jahre lang Strom produzierte, soll als erstes der drei Atomkraftwerke in Schleswig-Holstein zurückgebaut werden. Voraussetzung dafür ist: Der Meiler muss frei von Brennelementen sein. Genau dafür will der Betreiber Vattenfall nun sorgen.

Kein Vergleich zu Castor-Transport

Der Transport hatte eine deutlich geringere Dimension als der von Castor-Behältern. In diesen werden bis zu 52 Brennelemente transportiert, die zusammen mehr als 5.000 Brennstäbe enthalten können. Deshalb sind Castor-Behälter wesentlich dickwandiger als der Behälter für den Transport der 13 defekten Brennstäbe nach Schweden. Nach der Untersuchung bleiben die radioaktiven Abfälle in Schweden, die kerntechnische Forschungseinrichtung übernimmt auch die Verantwortung für die Entsorgung.

Forschungsergebnisse wohl in vier Jahren

Das Energiewendeministerium in Kiel hofft, dass die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens in Studsvik neben Vattenfall auch anderen AKW-Betreibern zugutekommen, die defekte Stäbe zu lagern haben. "Die Defektstäbe aus Brunsbüttel bieten sich für das Forschungsvorhaben besonders an, da es sich um unterschiedliche Fabrikate mit unterschiedlichen Arten von Defekten handelt", erklärte das Ministerium. Alle 13 Brennstäbe wurden in den 1970er-Jahren während des AKW-Betriebs in Brunsbüttel aus den zugehörigen Brennelementen entnommen. Vattenfall rechnet damit, dass die Untersuchungsergebnisse in voraussichtlich vier Jahren vorliegen werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.02.2018 | 16:00 Uhr

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