Stand: 14.08.2020 17:40 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

DRK: Blutspenden reichen nicht für halben Tag

Die Blutspenden in Schleswig-Holstein werden extrem knapp. Besonders dramatisch sei die Situation bei der ohnehin seltenen Blutgruppe 0 negativ, sagte eine Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost mit Sitz in Lütjensee (Kreis Stormarn). Mit den aktuellen Vorräten könne die Versorgung nicht einmal für einen halben Tag sichergestellt werden. Auch bei den Blutgruppen 0 positiv, A negativ und B negativ sind die Vorräte laut DRK fast aufgebraucht.

Wenn die Lage so bleibt, wie sie ist, könne es lebensbedrohlich werden, meint Susanne von Rabenau, Sprecherin des Blutspendedienstes des DRK. "Denn es muss nicht nur die Versorgung der Notfallpatienten gesichert sein. Ein Fünftel der Präparate, die aus dem Spenderblut hergestellt werden, wird für Krebspatienten benötigt. Das sind Menschen, die über einen längeren Zeitraum immer mal wieder Bluttransfusionen benötigen", erklärt die Sprecherin.

Wetter und Ferienende spielen eine Rolle

Laut DRK gibt es zwei wesentliche Gründe, warum die Zahl der Spenden zurückgeht. Zum Einen ist es das Wetter: Wegen der heißen Temperaturen sind zu den vergangenen Spendeterminen deutlich weniger Freiwillige gekommen. Gleichzeitig finden in den Kliniken nach den Ferien wieder mehr Operationen statt, bei denen Blut gebraucht wird. Das DRK weist darauf hin, dass auch bei heißem Wetter gespendet werden kann. Wichtig sei nur, dass man ausreichend trinke.

UKSH ebenfalls mit Engpass

Auch die Kliniken in Schleswig-Holstein schlagen Alarm. Auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein bestätigte das UKSH beispielweise, dass aktuell pro Woche 600 Blutspenden abgegeben werden. Für Operationen und Präparate würden aber 1.000 benötigt, sagte ein Sprecher. Normalerweise würden Konserven des Deutschen Roten Kreuzes zugekauft, doch auch beim Blutspendedienst ist die Blutbank so gut wie leer - siehe die Informationen aus Lütjensee.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.08.2020 | 08:00 Uhr

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