Ein speziell geschulter Mitarbeiter führt bei einem Kollegen einen Corona-Schnelltest durch. © picture alliance/dpa | Marijan Murat Foto: Marijan Murat

Coronatests: Was sie jetzt kosten und wo sie gemacht werden

Stand: 11.10.2021 05:00 Uhr

Seit Montag müssen die meisten Menschen den Coronatest selbst bezahlen, wenn sie ein negatives Testergebnis brauchen. Viele Testzentren fürchten, so nicht mehr genug zu verdienen - und schließen. Es entstehen aber auch neue Schnelltest-Möglichkeiten.

von Julia Barthel

Etwa 15 Euro kostet ein Antigen-Test mit schriftlichem Ergebnis ab jetzt in den meisten Corona-Teststationen in Schleswig-Holstein, in manchen aber bis zu 25 Euro. Die meisten Menschen müssen den Test künftig selbst bezahlen. Bisher hat der Bund die Kosten übernommen - im August hatten Bund und Länder dann beschlossen, die Tests kostenpflichtig zu machen. Sie argumentieren, dass sich mittlerweile alle gegen das Coronavirus impfen lassen können. Wer sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, kann sich auch weiter kostenlos testen lassen.

Betreiber rechnen jetzt genau

Die neue Regelung macht vielen Testzentren die Planung schwer. Sie können nicht abschätzen, ob sich genug Menschen einen "Getestet"-Nachweis noch leisten wollen - und ob sich der Betrieb für sie noch lohnt. Außerdem sei es gar nicht so leicht zu kontrollieren, wer von den Kosten befreit ist, sagen viele Betreiber von Testzentren. "Da muss ich mir ja schon überlegen, was ich von wem abfragen darf, um die neue Corona-Testverordnung umzusetzen", sagt auch Peter Thomsen, der in Flensburg mehrere Teststationen betreibt, im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein. Immerhin gehe es um sensible Gesundheitsdaten.

Preise auch abhängig vom Testaufkommen

Für die Flensburger Nord-Apotheke oder die Teststation von Dr. Dirk Padberg am Hafen ist klar: Sie bleiben geöffnet. Weil am Hafen mehr Menschen vorbeikommen, soll ein Test dort laut Praxis voraussichtlich 10 Euro kosten. In abgelegeneren Stationen werden es eher 15 Euro, damit sich der Betrieb noch lohnt. Preise, die 15 Euro überschreiten, sind bisher die Ausnahme.

Insgesamt wollen viele Betreiber abwarten, wie der Oktober läuft und dann entscheiden, wie es weitergeht - so wie die Viktoria-Apotheke in Kiel. Klar ist dort aber: Die Öffnungszeiten für Corona-Tests werden schon jetzt verkürzt - auf vier Stunden am Tag.

Testzentrum Heide sicher bis Jahresende

Viele Ehrenamtliche beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) ziehen sich jetzt schon zurück: Im Kreis Dithmarschen schließen die kleinen Teststationen, bis auf die in St. Michaelisdonn. Das DRK-Testzentrum in Heide bleibt aber definitiv bis Jahresende geöffnet, sagte Vorstand Kai Tange. Das betreibt das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH).

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Die KVSH kümmert sich um mehrere größere Teststationen im Land. In den größeren Städten waren sie zuerst nur für die PCR-Tests für konkrete Corona-Verdachtsfälle zuständig, mittlerweile bieten sie auch Schnelltests an, sagte Sprecher Nikolaus Schmidt. Noch fehlen dort allerdings die Kassensysteme, um die Antigen-Coronatests zu zahlen. Die sollen in den kommenden Tagen eingerichtet werden. Allgemein sollte, wer sich testen lassen möchte, immer eine EC-Karte dabei haben - nicht an allen Teststationen kann man bar bezahlen.

Wo man sich jetzt noch testen lassen kann

Bereits im September haben viele Testzentren im Land geschlossen. Das Angebot geht nach Angaben der Landesregierung stark zurück - im Juni gab es noch rund 880 Teststationen, weniger als halb so viele sind momentan noch übrig. Einen Überblick über alle Angebote bietet die Webseite der Landesregierung: Dort werden weiterhin alle aktuellen Testzentren mit Adresse und Kontaktdaten angezeigt. Die Seite wird jeden Tag von Montag bis Freitag aktualisiert.

Und für wen auch weiter der Bund zahlt

Ausnahmen von der Bezahlpflicht gelten jetzt zum Beispiel noch für Kinder unter 12 Jahren und Menschen, die nachweislich aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Für ihre Tests zahlt weiter der Bund. Eine Übergangsfrist gilt für Schwangere und Jugendliche ab 12 Jahren. Für sie sind die Tests noch bis zum Jahresende kostenlos, weil die Ständige Impfkommission (STIKO) für diese Gruppen erst spät entschieden hat, dass die Corona-Impfung sicher und ratsam ist. Deshalb hatten bisher nicht alle die Chance, sich vollständig impfen zu lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.10.2021 | 06:00 Uhr

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