Stand: 01.12.2017 14:52 Uhr

Brokdorf-Betreiber stellt Stilllegungsantrag

Blick auf das Atomkraftwerk in Brokdorf in Schleswig-Holstein. © NDR Foto: Michael Weidemann
Bis zum 31.12.2021 wird das Kernkraftwerk Brokdorf bis zu 33 Prozent der Landesstromversorgung decken.

Der Energiekonzern Preussen Elektra hat die Stilllegung des Kernkraftwerks Brokdorf im Kreis Steinburg beantragt. Das hat das Kieler Umweltministerium am Freitag mitgeteilt. "Das ist der nächste große Schritt auf dem Weg zum tatsächlichen Ende der Atomenergie in Schleswig-Holstein", sagte Energieminister Robert Habeck (Grüne). Mit dem Antrag auf Stilllegung des Kraftwerks beginnt ein mehrjähriges Genehmigungsverfahren, daher hat der Betreiber des Kraftswerks den Antrag auch frühzeitig gestellt. Das Atomkraftwerk in Brokdorf soll zum 31. Januar 2021 endgültig vom Netz gehen. Danach geht der Meiler in den Nachbetrieb, dann erfolgt der Rückbau. Die Betreiberfirma muss nun ein Konzept für die Stilllegung, den Abriss und die Entsorgung von Bauschutt und radioaktivem Material erarbeiten.

Verfahren gleicht denen in Brunsbüttel und Krümel

Das Stilllegungs-Verfahren gleiche grundsätzlich dem, das bei den Kraftwerken in Brunsbüttel und Krümel angewendet wird, sagte ein Sprecher der Atomaufsicht in Kiel. Einziger Unterschied: In Brokdorf werden sich während der ersten Phase des Abbaus noch Brennelemente im Reaktorgebäude befinden, weil sie noch zu stark strahlen und deshalb noch im Abklingbecken bleiben müssen. Die Kernkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel sind schon seit 2011 nicht mehr am Netz. Sie befinden sich im Nachbetrieb. In beiden Fällen laufen bereits die Genehmigungsverfahren für den Rückbau.

Ausstieg so sicher wie möglich

Mit dem eigentlichen Rückbau des AKW Brockdorf kann erst begonnen werden, wenn die Atomaufsicht ihr Okay gegeben hat. Dies wird für etwa 2023 erwartet. Der anschließende Rückbau soll 15 Jahre dauern. Dabei müssen Experten alle kontaminierten Komponenten und Gebäudeteile entsorgen. "Ich weiß, dass ein solcher Prozess auch viele Fragen und teilweise Sorgen auslöst. Deswegen ist die Beteiligung der Öffentlichkeit besonders wichtig", sagte Minister Habeck. Die Atomaufsicht werde den Rückbau so sicher wie möglich machen.

Das Kernkraftwerk hat eine elektrische Bruttoleistung von 1.480 Megawatt und beschäftigt rund 500 Personen. Das AKW Brokdorf gehört zu 80 Prozent Preussen Elektra und zu 20 Prozent Vattenfall. Das Kernkraftwerk ist seit 1986 am Netz. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.12.2017 | 16:00 Uhr

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