Stand: 07.04.2017 13:32 Uhr

Helgoländer hoffen auf Rettung der Börteboote

Am Mittwochmorgen hatte sich die kleine Delegation des Helgoländer Anlandedienstes mit ihren Börtebooten auf den Weg gemacht: von der Nordseeinsel ins niedersächsische Freiburg an der Elbe. Am Donnerstag ging es dann knapp 12 Stunden über den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel. Am Freitag war es dann endlich so weit: Die Helgoländer überreichten Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) ihren Antrag. Das Ziel: Die Helgoländer Dampferbörte soll in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden.

Eine Tradition droht auszusterben

Seit Jahrzehnten bringen die Börteboote Passagiere von den Schiffen auf die Insel Helgoland. Allerdings droht diese Tradition auszusterben, da mittlerweile viele Touristenschiffe direkt im Hafen festmachen. Deshalb wollen die Betreiber der Börteboote, dass sie UNESCO Weltkulturerbe werden. Für den Sprecher der Delegation, Holger Bünning, sind die Börteboote mehr als eine nur eine Tradition. "Wir möchten einfach nur, dass dieser Brauch, der inzwischen ja auch schon 200 Jahre alt ist, in irgendeiner Form erhalten wird", sagt er. "Ich lege schon großen Wert darauf, dass Helgoland dieses Alleinstellungsmerkmal - wie die Lange Anna, wie die Hummer-Buden - erhalten bleibt."

Ministerpräsident Albig unterstützt Antrag

Auch für Ministerpräsident Albig sind die Börteboote ein kulturhistorisches Merkmal der Insel sowie ein Zeichen des Landes. Daher will er den Antrag auch unterstützen. Dieser geht jetzt erst einmal ins Kulturministerium. Nach der Landtagswahl soll das Thema dann laut Ministerpräsident Albig vorangetrieben werden. Allerdings werde es noch ein langer und auch internationaler Wettbewerbsweg bis zum "UNESCO-Weltkulturerbe Börteboote" sein, so Albig.

Endgültige Entscheidung Anfang 2019

Das Land kann der Kultusministerkonferenz bis zu vier Vorschläge für das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorlegen. Die endgültige Entscheidung trifft ein Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission Anfang 2019. Die Aufnahme in das Verzeichnis ist nach Angaben der Unesco-Kommission eine öffentlich sichtbare Anerkennung. Geld gibt es aber nicht. Zum immaterielle Kulturerbe in Deutschland zählen unter anderem der Rheinische Karneval, das Schützenwesen und das Biikebrennen.

Der Verein zum Erhalt Helgoländer Börteboote e.V. setzt sich für die traditionellen Boote ein und informiert auf seiner Internetseite.

Daten zu den Helgoländer Börtebooten

Maße: circa zehn Meter lang, drei Meter breit
Tiefgang: circa 1,10 Meter
Gewicht: acht Tonnen
Material: massives Eichenholz
Kapazität: in der Regel bis zu 50 Passagiere
Bauweise: für Holzboote eine Besonderheit - obere Plankengänge in Klinkerbauweise, das darunter liegende Unterwasserschiff in Kraweelbeplankung
Antrieb: innenliegender Dieselmotor mit bis zu 180 PS
Leistung: etwa 13-14 Knoten

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.04.2017 | 16:00 Uhr

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