Stand: 03.12.2018 12:54 Uhr

Bankraub in Großenwiehe: Angeklagte schweigen

19.000 Euro sollen die beiden Angeklagten bei dem Überfall auf die Fililale der Raiffeisenbank in Großenwiehe (Kreis Schleswig-Flensburg) im Februar dieses Jahres erbeutet haben. Geld, das bis heute laut Gericht nicht wieder aufgetaucht ist. Seit Montag müssen sich die zwei 24 und 30 Jahre alten Männer vor dem Flensburger Landgericht wegen schweren Raubes verantworten. Ein Urteil könnte noch vor Weihnachten fallen.

Hinweise zum Fluchtwagen brachten die Ermittler auf die Spur

Laut Anklage haben die Männer den Bankraub gemeinsam geplant. Der Ältere habe demnach draußen im Wagen gewartet, der Jüngere sei maskiert ins Gebäude gegangen. Mit einer geladenen Schreckschusspistole habe er die drei Angestellten bedroht und aufgefordert, einen kleinen Tresor zu öffnen, sagte der Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklageschrift. In der sogenannten Handkasse befand sich das Geld, das sich der heute 24-Jährige dann - so die Anklage - in einen Rucksack stopfte. Der gesamte Überfall soll nur wenige Minuten gedauert haben. Die Ermittler sollen den Angeklagten dann durch Hinweise zum Fluchtwagen - einem dunklen SUV - auf die Spur gekommen sein. Seit Juni sitzen die Männer in Untersuchungshaft.

Tränen im Zeugenstand

Traumatisiert durch den Vorfall sind bis heute zwei Bankkauffrauen, die am ersten Prozesstag aussagten. Eine 28-Jährige berichtete aufgelöst unter Tränen von den Ereignissen an jenem Dienstagvormittag im Februar. Sie habe gegen 10.10 Uhr bemerkt, dass ein Auto viel zu schnell an der Eingangstür vorbeigerast sei, sagte die Frau sichtlich mitgenommen. Kurze Zeit später sei ein maskierter Mann in die Bank gekommen. "Er hat die Waffe auf uns gerichtet und gesagt, wir sollen keinen Scheiß machen und dass es ein Überfall ist." Eine Kollegin habe ihm gesagt, dass der Tresor eine Art Zeitschaltuhr habe und nicht aufgehe. Da sei er richtig aggressiv geworden und habe rumgeschrien und gedroht zu schießen. "Ich habe dann den Handtresor aufgemacht, weil ich so Angst hatte.

Bankräuber: "Ihr seid ja versichert"

Ihre 61 Jahre alte Kollegin schildert den Vorfall ähnlich. Auch sie berichtete vom aggressiven Auftreten des Bankräubers. Als er mit der Beute verschwand, sei er dann fast kumpelhaft aufgetreten, habe ihnen noch ein "Ihr seid ja versichert" zugerufen. "Ich träume sehr häufig von dem Tag", sagte sie. Auch habe sie oft Angst, sehe überall Täter. Ihre 28 Jahre alte Kollegin leidet eigenen Angaben zufolge unter anderem unter Schlafstörungen und Angst vor dem Dunkeln. Beide können derzeit nicht arbeiten. Sie treten als Nebenklägerinnen auf.

Videos und Fotos von missbrauchten Kleinkindern

Zum Bankraub schweigen die beiden Angeklagten. Für die Ermittler waren die beiden Flensburger keine Unbekannten. Einbrüche und räuberische Erpressung gehen bereits auf ihr Konto. Dem Älteren der beiden Männer wird zusätzlich der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen. Auf seinem Handy sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehr als 100 Bilder und Videos sexuell misshandelter Kleinkinder gefunden worden. Hierzu sagte der Anwalt des 30-Jährigen, das Handy sei gebraucht gewesen. Sein Mandant habe nichts davon gewusst.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.12.2018 | 12:00 Uhr

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