Nahaufnahme von zwei weiblichen Händen, die ein Smartphone umschließen und darauf tippen. © picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa Foto: Sebastian Gollnow

Abschied von 3G: Vodafone und Telekom schalten UMTS-Netz in SH ab

Stand: 29.06.2021 05:00 Uhr

Mit alten Handys wie dem iPhone 4 oder dem Samsung Galaxy S2 kann bald kein mobiles Internet mehr genutzt werden, wenn die 3G-Technik abgeschaltet wird.

UMTS oder auch "3G" genannt - das war mal ein Zauberwort für den Mobilfunk. Knapp 100 Milliarden damals noch D-Mark nahm der Bund im Jahr 2000 ein, als die Frequenzen dafür versteigert wurden. Jetzt ist Schluss damit. In der Nacht zum Donnerstag will die Telekom ihre letzten 3G-Signale abschalten, Vodafone im Laufe der kommenden Woche und auch bei O2 läuft der Standard Ende des Jahres aus.

iPhone-Display mit der Anzeige "Kein Netz" © dpa
AUDIO: 3G-Mobilfunknetz wird abgeschaltet (2 Min)

Teilweise neue SIM-Karte nötig

Die Umstellung läuft bereits. Im Flensburger Raum hat die Telekom 3G schon jetzt weitgehend abgeschaltet. Fast alle Handys, die in den letzten sechs Jahren verkauft wurden, benutzen 4G, den Nachfolgestandard. Und auch alle Verträge sollen inzwischen dafür umgestellt sein. Bei ganz alten Verträgen haben die Anbieter deswegen neue SIM-Karten verschickt. Aber auch Nutzer mit modernen Geräten und neuen Verträgen können von der Abschaltung betroffen sein, weil ihre SIM-Karte veraltet ist und nicht mehr funktioniert. Dann stellen die Netzbetreiber eine neue Karte zur Verfügung. Dafür sollte der Netzbetreiber kontaktiert werden.

2G bleibt bestehen

Das 4G-Netz ist in Schleswig-Holstein draußen fast überall verfügbar. Innerhalb von Gebäuden gibt es aber gerade im ländlichen Bereich oft weiterhin Probleme. Wo 4G nicht ankommt, kam 3G meist auch nicht hin.

Wer ein älteres Smartphone hat, das noch kein 4G kann, muss jetzt allerdings auf mobiles Internet verzichten. Dafür bleibt in schwachen Empfangslagen immer noch die alte Technik 2G. Dieses Netz, das Mitte der 90er-Jahre für das reine Telefonieren installiert wurde, bleibt tatsächlich bestehen, denn es hat die größte Reichweite, dringt also auch in die meisten Häuser vor. Mit ihr können einfache Textnachrichten mobil übertragen werden.

Mit dem Handy über das Hausnetz telefonieren

Wer bisher trotzdem ein brüchiges Signal im Haus hatte, kann demnächst mit dem Handy das eigene Hausnetz nutzen. Diese Funktion soll demnächst für viele zusätzliche Nutzer aktiviert werden. Dann muss das Handy nur bis zum WLAN-Gerät im eigenen Haus funken und nicht - wie bisher bei Telefonaten - bis zum nächsten Mast, der im ländlichen Bereich oft bis zu fünf Kilometer entfernt stehen kann - all das vorausgesetzt, das Handy ist dafür ausgelegt und man hat die Funktion "WLAN-Call" aktiviert.

Frequenzen werden für 5G gebraucht

Die 3G-Abschaltung ist nötig, weil die Frequenzen für den nächsten Standard mit noch schnellerem Datenverkehr gebraucht werden - 5G. Die Telekom schreibt, 80 Prozent der Schleswig-Holsteiner seien damit schon versorgt. Und auch Vodafone und O2 bauen nach und nach aus. Für den normalen Gebrauch reicht 4G im Moment völlig aus, wenn man denn eine stabile Verbindung hat.

Wohin mit dem alten Telefon?

Günstige 4G- und 5G-fähige Handys gibt es derzeit bereits ab 60 Euro. Die Verbraucherzentrale rät, Smartphones im freien Handel zu erwerben und nicht im Bundle mit einem Laufzeitvertrag, da dies insgesamt oft teurer ist. Wer sein altes 3G-Gerät entsorgen will und ein neues 4G- oder 5G-fähiges Smartphone kauft, kann das alte Gerät in eine Sammelbox werfen, die es im ganzen Land gibt. Auch viele Recyclinghöfe nehmen Handys an. Über die Internet-Seite der Naturschutzorganisation NABU lässt sich zudem ein Retourenschein ausdrucken, um das Handy kostenlos einzusenden. Genauso macht es die Telekom.

Nur ganz wenige Geräte - etwa ein paar Prozent - werden dann generalüberholt und bekommen ein zweites Leben. Die allermeisten Handys landen, egal wo man sie eingeschickt hat, bei weltweiten Recyclingfirmen wie Umicore und werden dort bei 1.200 Grad eingeschmolzen. Angeblich lassen sich so 98 Prozent aller Metalle wiederverwerten, auch seltene wie Kobalt und Gold. Die Anbieter versprechen, dass in jedem Fall alle Daten gelöscht werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Moin! Der Tag in Schleswig-Holstein | 29.06.2021 | 09:10 Uhr

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