Stand: 16.07.2018 16:36 Uhr

Uni Osnabrück beendet Imam-Weiterbildung

Die Universität Osnabrück beendet die Weiterbildung von Imamen in Niedersachsen. Das Projekt laufe nach acht Jahren Ende September aus, sagte der Direktor des Instituts für Islamische Theologie, Bülent Ucar, NDR 1 Niedersachsen. Das Aus für die Imam-Weiterbildung komme allerdings nicht überraschend: Das Projekt sei immer nur als Provisorium geplant gewesen, so Ucar. Weil nun das Geld in Form von Drittmitteln aufgebraucht sei, werde die Weiterbildung in Osnabrück automatisch beendet.

150 Imame weitergebildet

Mit dem Ende des Pilotprojekts gibt es in ganz Deutschland keine Möglichkeit mehr für Islamische Theologen, sich für den Dienst in den Gemeinden zu qualifizieren: Die im Jahr 2010 begonnene Weiterbildung von Imamen an der Uni Osnabrück galt als bundesweites Vorzeigeprojekt. Rund 150 Imame bildeten sich dort weiter. Ucar spricht von einer Pionierarbeit, die andere nun fortsetzen müssen.

"Zweite Ausbildungsphase" fehlt

Die Voraussetzungen dazu sind allerdings schwierig: Denn anders als etwa bei der evangelischen und katholischen Theologie fehlt in der Imamausbildung eine "zweite Ausbildungsphase" nach Abschluss des Theologiestudiums, wie Martina Blasberg-Kuhnke, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Uni, NDR 1 Niedersachsen sagte. Ohne diese Weiterbildung, die nach dem Vorbild der Prediger- oder Priesterseminare als Imam-Seminar laufen könnte, würden Absolventen in den Moscheegemeinden keine Anstellung finden. Blasberg-Kuhnke sieht dafür die Landesregierung und die muslimischen Verbände in der Verantwortung: Beide müssten den Weg für die "zweite Ausbildungsphase" frei machen, so die Uni-Vizepräsidentin.

Verhandlungen liegen auf Eis

Videos
03:30
Hallo Niedersachsen

Zu geringe Bezahlung: Deutsche Imame fehlen

25.04.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Weil den Gemeinden das Geld fehlt, können sie keine Absolventen des Instituts für Islamische Theologie Osnabrück anstellen. Sie lassen Imame aus der Türkei - auf türkisch - predigen. Video (03:30 min)

Dazu fehlen allerdings die politischen Voraussetzungen: Die niedersächsische Landesregierung hatte zwar im Koalitionsvertrag die Absicht erklärt, an der Universität Osnabrück eine "grundständige Imam-Ausbildung" einzurichten, die auf Weiterbildungsangeboten aufbaut. Die Verhandlungen zwischen dem Land Niedersachsen und den Islamverbänden liegen in dieser Frage allerdings seit mehr als einem Jahr auf Eis. Für die Studierenden bedeutet dies, dass sie in der Luft hängen. "Wir brauchen dringend eine solche Einrichtung, um die Integration zu verbessern und um den Studierenden eine berufliche Zukunft zu verschaffen", sagte Ucar NDR 1 Niedersachsen.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 16.07.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:59
Hallo Niedersachsen

Schneekanonen im Harz laufen auf Hochtouren

14.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
04:02
Hallo Niedersachsen

Nach Klinik-Aus: Bürger halten 200. Mahnwache ab

14.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
02:58
Hallo Niedersachsen

"Hand in Hand": Prominente am Spendentelefon

14.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen