Stand: 20.08.2018 14:45 Uhr

"U25": 800 Mails im Kampf gegen Suizidgedanken

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Seit einem Jahr gibt es das Hilfsangebot der Caritas im Emsland.

Seit einem Jahr gibt es im Emsland Hilfe für Jugendliche, die Suizidgedanken haben. "U25" heißt das Angebot der Caritas. Das Besondere: 18 junge Menschen arbeiten als sogenannte E-Mail-Berater für "U25" und versuchen auf diese Weise, ihren Gleichaltrigen zu helfen - kostenlos und anonym. Die Hilfe scheint gefragt zu sein. Etwa 800 Mails haben die Helfer nach Angaben der Standortleiterin Katrin Warstat im ersten Jahr geschrieben - 100 Jugendliche aus ganz Deutschland haben sie über die Homepage des Projekts beraten. Suizid ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen.

"Wichtig, dass Du darüber sprichst"

Etwa vier Monate lang werden die Freiwilligen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Einer der Berater ist Frank, 24 Jahre alt. Er versucht, mit einem Hilfesuchenden ins Gespräch zu kommen. "Ich finde es sehr gut, dass Du Dich wieder gemeldet hast und erzählst, dass Deine Suizidgedanken wieder stärker geworden sind. Es ist wichtig, dass Du darüber sprichst", schreibt er in seiner Mail. Alle Hilfesuchenden haben laut Warstat von Suizidgedanken oder sogar konkreten Suizidplänen berichtet. Viele leiden unter Mobbing, haben Zukunftsängste oder Stress in der Familie. Insgesamt 18 Helfer sind für "U25" aktiv. Doch dabei soll es nicht bleiben: 20 weitere Jugendliche werden derzeit für diese Aufgabe trainiert, die oft nicht einfach ist. Darum treffen sich die Freiwilligen regelmäßig und tauschen sich aus.

Weitere Informationen

Hilfe per Mail für suizidgefährdete Jugendliche

"U25" heißt ein neues Angebot der Caritas, das jetzt im Emsland beginnt. Es richtet sich an suizidgefährdete Jugendliche - Gleichaltrige kümmern sich per Mail um die Hilfesuchenden. (21.082017) mehr

Suizidgedanken? Es gibt Auswege!

Denken Sie daran, sich das Leben zu nehmen? Es gibt viele Menschen, die ein offenes Ohr für Ihre Probleme haben. Hier finden Sie Links und Telefonnummern. mehr

Die Telefonseelsorge hilft

Normalerweise berichten wir nicht über Suizide. Der Pressekodex mahnt zur Zurückhaltung bei der Berichterstattung. Hier heißt es: "Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Eine Ausnahme ist beispielsweise dann zu rechtfertigen, wenn es sich um einen Vorfall der Zeitgeschichte von öffentlichem Interesse handelt."

Ein weiterer Grund für unsere Zurückhaltung ist die erhöhte Nachahmerquote nach Berichterstattung über Selbsttötungen.

Solltet ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym.

- Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222 oder 116 123
- Kinder und Jugendtelefon "Nummer gegen Kummer": 116 111 (Montag bis Samstag von 14 - 20 Uhr)
- Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS): 030 - 31 01 89 60
- Muslimisches Seelsorgetelefon: 030 / 44 35 09 821 (24h)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 20.08.2018 | 17:00 Uhr

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