Stand: 08.11.2018 06:54 Uhr

Toter Säugling: Vater gibt Schläge zu

Im Prozess um den Tod eines Säuglings hat der Vater am Mittwoch vor dem Landgericht Osnabrück ein Geständnis abgelegt. Der 25-Jährige gab zu, den vier Tage alten Jungen mehrmals mit der Hand geschlagen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor. Nachdem der Säugling am 22. Mai in einer Kinderklinik an seinen schweren Verletzungen gestorben war, hatten die jungen Eltern gegenüber der Polizei zunächst erzählt, dass beim Spazierengehen auf einer Wiese ein fremder Hund das Kind verletzt hätte. Die Ermittler vermuteten allerdings schnell, dass diese Geschichte nicht stimmte.

Ein junger Mann und ein Verteidiger beraten sich in einem Gerichtssaal, das Gesicht des jungen Mannes ist unkenntlich.

Säuglingstod: Prozessauftakt in Osnabrück

Hallo Niedersachsen -

Im Prozess um den Tod eines Neugeborenen in Osnabrück hat der Vater gestanden, seinen Sohn misshandelt zu haben. Die Eltern hatten zuerst erklärt, ein Hund habe das Baby totgebissen.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Vater gibt an, Baby aus Panik geschlagen zu haben

Der 25-Jährige schilderte am Mittwoch, wie er seinen Sohn in einem Waschbecken waschen wollte. Als er das Baby habe aufrichten und in ein Handtuch wickeln wollen, sei ihm der kleine Junge aus der Hand geglitten. Vor Gericht schilderte der Vater, wie er in Panik geriet. Der Säugling habe reglos gewirkt. Mit Schlägen habe er ihn wieder munter machen wollen. Daraufhin sei er aber noch apathischer geworden und habe geröchelt. Im Hals das Babys habe er Blut entdeckt und das mit seinem Finger entfernen wollen, schilderte der Angeklagte. Dazu habe er den Hals festgehalten und damit offenbar noch mehr Schaden angerichtet.

Mutter des Babys war offenbar nicht in der Wohnung

Anschließend habe er das Kind in ein Handtuch gewickelt, auf ein Kissen im Wohnzimmer gelegt und geheult, so der 25-Jährige weiter. Die Mutter des Kindes war zu dieser Zeit offenbar einkaufen. Dann habe er seine Großmutter und einen Krankenwagen gerufen. Die Ärzte in der Klinik stellten zahlreiche Hämatome an dem Jungen fest.

Angeklagter schildert Drogenprobleme

Der Angeklagte gab vor Gericht an, bereits als Teenager Probleme mit Alkohol und Drogen gehabt zu haben. Wegen seines Drogenkonsums habe er sich auch von dem Baby fernhalten wollen, so der 25-Jährige. Nachdem er seine Freundin und den neugeborenen Sohn in der Geburtsklinik besucht habe, sei er mit Freunden für mehrere Tage nach Hamburg zum Feiern gefahren. Dort habe er ständig Drogen genommen und nicht geschlafen. Von eben dieser Tour sei er gerade zurückgekommen, als er sein Kind und seine Freundin aus dem Krankenhaus nach Hause holte.

Wurde der Säugling auch geschüttelt?

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem vor, das Kind auch geschüttelt zu haben. Dazu äußerte sich der 25-Jährige am ersten Prozesstag nicht. Bis Mitte Januar sind für den Prozess sieben Fortsetzungstermine anberaumt.

Weitere Informationen

Anklage: Vater soll Säugling erschlagen haben

Ein Vater soll seinen neugeborenen Sohn erschlagen haben. Zunächst sagte er aus, der Säugling sei von einem Hund attackiert worden. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat Anklage erhoben. (27.09.2018) mehr

Osnabrück: Baby starb an Schlägen gegen Kopf

Nach dem Tod des offenbar misshandelten Babys in Osnabrück liegt das Obduktionsergebnis vor: Der Säugling starb an Schlägen gegen den Kopf. Der Vater sitzt bereits in Untersuchungshaft. (24.05.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 07.11.2018 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:24
Hallo Niedersachsen

Demenz: Suche nach neuen Therapie-Ansätzen

10.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
00:18
NDR Fernsehen

Warnstreik legt Hauptbahnhof Hannover lahm

10.12.2018 09:45 Uhr
NDR Fernsehen