Stand: 07.06.2018 11:02 Uhr

Moscheebau: Demo und Gegendemo in Papenburg

Weil der türkisch-islamische Verein DITIB in Papenburg eine neue Moschee bauen will, wird es am Sonntag die Bürger der Stadt auf die Straße treiben. Auf der einen Seite stehen die Gegner eines Neubaus. Aufgerufen hat die AfD. Es gebe baurechtliche und politische Gründe, die gegen den Neubau einer DITIB-Moschee in Papenburg sprechen würden, schreibt die AfD auf Facebook. Die Demonstration richte sich nicht gegen die Gemeindemitglieder. Vielmehr gehe es gegen den in der Kritik stehenden DITIB-Verein.

1.000 Teilnehmer werden zur Gegendemo erwartet

Auf der anderen Seite gehen diejenigen auf die Straße, die kein Problem mit der laut Plänen elfeinhalb Meter hohen Kuppelmoschee mit 13 Meter hohem Minarett haben. 1.000 Teilnehmer werden erwartet. Ein Bündnis, das unterstützt wird von CDU, SPD, Grüne, FDP und Gewerkschaften, wie NDR 1 Niedersachsen unter Berufung auf das grüne Ratsmitglied Günther Buss berichtet. Der Papenburger Moscheeverein gehe bemerkenswert offen mit den Bauplänen um und sei für Änderungswünsche zugänglich, sagte Buss. Die Demonstration solle ein Zeichen gegen menschenfeindliche Ideologien sein. Erwartet werden mehr als 1.000 Teilnehmer.

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Papenburgs Bürgermeister Bechtluft, der den Moscheebau befürwortet, ist bedroht worden. (Archivbild)
Drohungen gegen Bürgermeister Bechtluft

Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU), der den Moscheeneubau befürwortet, hat nach Bedrohungen im Netz Anzeige erstattet, wie Stadtsprecher Heiko Abbas NDR.de sagte. Auf der Internetplattform vk.com habe es Drohungen gegen das Leben Bechtlufts gegeben. Ein Ratsmitglied hatte demnach einen Screenshot von dem entsprechenden Eintrag auf der Plattform angefertigt und dem Bürgermeister ausgehändigt. Wie die Polizei im Emsland NDR.de sagte, ermittele nun der Staatsschutz. Wie ernst die Drohungen seien, sei "ganz schwer einzuschätzen", sagte Dennis Dickebohm NDR.de. "Wir stehen noch ganz am Anfang."

Moschee soll 1,5 Millionen Euro kosten

Wie teuer die Moschee werden dürfte, wer sie finanziert und wie groß sie sein soll - zu diesen Fragen war bislang für NDR. de bei DITIB niemand zu erreichen. Laut einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) sind Investitionen von 1,5 Millionen Euro geplant, größtenteils finanziert von den einheimischen, 90 Mitgliedsfamilien. 347 Besucherplätze sind demnach in dem Neubau auf dem Gelände der jetzigen Moschee am Mittelkanal vorgesehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 07.06.2018 | 09:30 Uhr

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