Stand: 28.08.2019 08:29 Uhr

Holdorf: Auf dem Trockenen wegen des Wasserwerks?

Es ist knochentrocken im Landkreis Vechta. Besonders betroffen ist offenbar die Gemeinde Holdorf. Wegen des sinkenden Grundwasserspiegels hat der Gemeinderat den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) am Dienstagabend aufgefordert, endlich ein weiteres Wasserwerk zu bauen, um die Region zu entlasten. In einem Antrag für die Ratssitzung sprach die CDU-Ratsmehrheit schon von einem "Wassernotstand". Zahlreiche Bäume verdorren demnach, Seen und Bäche fallen trocken. "Unsere Natur geht kaputt", sagte Jan-Dierk Brand, Fraktionschef der CDU im Gemeinderat. Denn viele in Holdorf sehen den Grund für den Wassermangel im örtlichen Wasserwerk.

Rat nimmt Antrag ohne Gegenstimmen an

Brands Fraktion stellte deshalb am Dienstagabend in der Ratssitzung den Antrag, einen alternativen Standort für das Wasserwerk zu suchen. Auch Holdorfs Bürgermeister Wolfgang Krug (CDU) unterstützt den Antrag: Ein "Weiter so" könne die Gemeinde nicht mehr tolerieren, so Krug. Der Rat nahm den Antrag der CDU-Fraktion einstimmig an. Vorgesehen ist darüber hinaus ein Runder Tisch, an dem alle beteiligten Gruppen der Region nach einer Lösung suchen sollen.

OOWV: "Neues Wasserwerk schwierig"

Betrieben wird das Wasserwerk in Holdorf vom OOWV. Jährlich werden hier etwa 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser entnommen - zu viel, wie viele Holdorfer meinen. Beim OOWV verweist man dagegen auf die beiden heißen Sommer, aber auch auf die Landwirte, die immer mehr Wasser entnehmen würden. Ein Wasserwerk neu zu bauen sei außerdem sehr schwierig, sagte ein OOWV-Sprecher.

Auch Probleme in Lohne und Dinklage

Holdorf steht mit seinem Problem in der Region nicht allein da. Auch in benachbarten Orten wie Lohne und Dinklage beklagen Anlieger und Naturschützer massive Probleme durch einen sinkenden Grundwasserspiegel - auch aufgrund der starken Wasserentnahme durch Industrie und Landwirtschaft. In Holdorf hat es bereits vor Jahren Widerstand gegen einen Ausbau der Wasserförderung gegeben: Etwa 1.500 Anlieger hatten damals schriftlich gegen einen geplanten Ausbau der Wasserförderung protestiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.08.2019 | 17:00 Uhr

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