Stand: 27.12.2019 13:49 Uhr  - NDR Info

Bischof Bode: Keine Entschädigung aus Kirchensteuer

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Franz-Josef Bode ist Bischof des Bistums Osnabrück und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat sich dagegen ausgesprochen, Zahlungen an Betroffene sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche aus Kirchensteuern zu finanzieren. „Ich glaube, dass man das aus unmittelbaren Kirchensteuern nicht tun darf“, sagte er in einem Interview mit NDR Info, das am Sonntag im Magazin "Blickpunkt: Diesseits" gesendet wird.

Es gebe aus der Vergangenheit Besitze, Einkünfte und Zinsen, aus denen man das Geld nehmen könne. Das müssten mehr die Juristen bestimmen, erklärte Bode. Der Osnabrücker Bischof äußerte sich damit zur anhaltenden Debatte in der katholischen Kirche um Modalitäten und mögliche Höhen von Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer. Der für das Missbrauchsthema in der deutschen Bischofskonferenz zuständige Trierer Bischof Stephan Ackermann hatte mit einem Vorschlag, für die möglichen Zahlungen auch Kirchensteuermittel zu verwenden, im November für Empörung gesorgt.

Neuer Missbrauchsfall im Bistum Osnabrück

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Das Bistum Osnabrück hat einen neuen Fall von Missbrauch bekannt gegeben. Eine Frau sei vor rund 40 Jahren von einem Pfarrer missbraucht worden, der inzwischen verstorben ist.

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Keine Einigkeit bei Modus möglicher Entschädigungszahlungen

Im September hatte eine unabhängige Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Betroffenen zwei mögliche Modelle vorgeschlagen: eine Pauschalzahlung in Höhe von 300.000 Euro je Opfer oder ein Stufenmodell mit Zahlungen zwischen 40.000 und 400.000 Euro. Betroffene fordern, dass die katholische Kirche für das Unrecht institutionelle Verantwortung übernimmt und deshalb auch die Folgen des Missbrauchs für die Opfer mitbedenkt. Über einen Modus möglicher Entschädigungszahlungen herrscht derzeit in der katholischen Kirche keine Einigkeit.

„Wir müssen zuerst deutlich das System klar haben. Wird es bei einem stärkeren Ansatz der Anerkennung des Leides bleiben oder gehe ich den Weg einer Entschädigung?“, so Bischof Bode. Es müsse ein Korridor benannt werden, in denen sich solche Zahlungen bewegen könnten, erklärte Bischof Bode. Es gelte nun zu klären, was man wolle und wie es finanziert werde.

Weitere Informationen

Katholische Kirche: Neue Regeln gegen Missbrauch

Mit neuen Regeln will der Vatikan gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche vorgehen. Die ab 1. Juni geltenden Vorgaben greifen auch für die Bistümer in Hildesheim, Osnabrück und Münster. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Blickpunkt: Diesseits | 29.12.2019 | 07:05 Uhr

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