Stand: 18.02.2017 16:44 Uhr

Wohin schwimmt der Müll in der Nordsee?

Wohin schwimmt eigentlich Plastikmüll, der in die Nordsee geworfen wird? Dieser Frage geht ein Forscherteam der Uni Oldenburg mit dem Projekt "Macroplastics" nach. Dafür werfen die Wissenschaftler Tausende kleiner Holztäfelchen, so genannte Drifter, ins Meer. Auf diese Weise will das 14-köpfige Forscherteam herausfinden, wie sich Plastikmüll in der Strömung verhält. Wer eines der geprägten Holztäfelchen findet ist aufgefordert, sich bei den Forschern über eine eigens eingerichtete Webseite zu melden und den Fundort mitzuteilen.

Ein Mann sitzt an einem Computer

Wenn Bürger zu Mit-Forschern werden

Hallo Niedersachsen -

Lange Zeit verkrochen sich die Wissenschaften in ihren Elfenbeinturm, doch das scheint sich zu ändern. Immer mehr Forscher starten Projekte, die auf Bürgerbeteiligung setzen.

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Methoden entwickeln, um künftig Müll besser zu vermeiden

Im vergangenen Herbst hatten die Forscher bereits 4.000 der Drifter an der nordwestdeutschen Küste, auf Langeoog, in der Ems sowie in einem der Hauptschifffahrtswege der Nordsee ausgesetzt. Mehr als 70.000 der geprägten Täfelchen sollen im Laufe des Projekts im Meer verteilt werden. Aus den gewonnen Daten wollen die Wissenschaftler Methoden entwickeln, um Plastikmüll in der Deutschen Bucht und im Wattenmeer künftig besser vermeiden zu können.

Täfelchen zersetzen sich von selbst

Um die Nordsee während des Projekts nicht mit zusätzlichem Unrat zu belasten, haben die Forscher mit den acht Mal zehn Zentimeter großen Holztäfelchen auf ein natürliches Material gesetzt. In Vorversuchen fand das Team der Uni Oldenburg heraus, dass diese ähnlich wie viele Kunststoffteile in der See treiben. Im Gegensatz zu diesen sollen sich die Holztäfelchen jedoch schon nach kurzer Zeit zersetzen.

Nächster Auswurf Ende Februar

Der nächste Auswurf der Drifter mit insgesamt 4.800 Holztäfelchen soll Ende Februar am Emssperrwerk in Gandersum (Landkreis Leer), in Schilling und Dangast am Jadebusen (beides Landkreis Friesland), Cuxhaven, auf Borkum (Landkreis Leer) und in Norddeich (Landkreis Aurich) an der Hafenmole stattfinden. Weitere Versuche stehen im März an.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 17.02.2017 | 19:30 Uhr

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