Stand: 31.05.2019 15:20 Uhr

Werft: Übergabe der "Gorch Fock" im September 2020

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Die Elsflether Werft hat einen Zeitplan zur Sanierung der "Gorch Fock" vorgelegt.

Die mit der Sanierung der "Gorch Fock" beauftragte Elsflether Werft hat der Marine eine neue Kalkulation für die Reparatur des Segelschiffs vorgelegt. Die Werft kündigt darin an, dass die vorgegebene Kostenobergrenze von 135 Millionen Euro eingehalten werde. Als Ablieferungstermin an die Marine sei September 2020 vorgesehen, heißt es. Die Werft hatte sich im März verpflichtet, eine verbindliche Gesamtplanung bis Ende Mai vorzulegen. Im Gegenzug wurde ein von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verhängter Zahlungsstopp aufgehoben.

Ausdocken am 21. Juni geplant

"Es ist unser Ziel, das Segelschulschiff erfolgreich zu Wasser zu bringen und anschließend hochseetauglich zu machen", betonte am Freitag Axel Birk, Vorstand der Elsflether Werft AG. Die Belegschaft der Werft sei hoch motiviert, die Aufgabe fortzuführen. Aktuell arbeite man daran, den vorgesehen Ausdocktermin am 21. Juni einzuhalten, sagte Birk. In der "Verpflichtungserkärung" vom 14. März hieß es unter anderem, dass die "Gorch Fock" bis zum Sommer schwimmfähig gemacht werden soll. Danach soll das 89 Meter lange Segelschiff für weitere maximal 48 Millionen Euro wieder hochseetauglich werden.

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Verteidigungsministerium: Nächster Meilenstein

Nach Angaben der Werft wurde der Marine mit der überarbeiteten Projektplanung und Neukalkulation Einblick "in alle Details" gegeben. "Wir hoffen, damit die Grundlage für eine positive Fortführungsentscheidung der Marine zur Instandsetzung der Gorch Fock erarbeitet zu haben", sagte Pieter Wasmuth, Aufsichtsratsvorsitzender der Elsflether Werft AG. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es am Freitag, derzeit werde ein "Arbeitszeit- und Kostenplan" der Werft bewertet. Der Ausdocktermin vor der Sommerpause wurde als "nächster Meilenstein" bezeichnet, der erreicht werden müsse.

135 Millionen Euro - oder Museumsschiff

Verteidigungsministerin von der Leyen (CDU) hatte Ende April gefordert, dass bis zum Sommer klar sein müsse, ob mit den in Aussicht gestellten 135 Millionen Euro eine Sanierung möglich sei. "Wenn es nicht gelingt, dann wird die 'Gorch Fock' ein Museumsschiff sein", sagte von der Leyen.

Bereits 70 Millionen Euro ausgegeben

Die Elsflether Werft saniert die "Gorch Fock" seit Ende 2015. Dafür waren ursprünglich 9,6 Millionen Euro eingeplant. Weil aber immer mehr Probleme an dem Großsegler entdeckt wurden, sind bislang bereits etwa 70 Millionen Euro ausgegeben worden. Die Werft musste Insolvenz anmelden, die alten Vorstände wurden entlassen. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 31.05.2019 | 17:00 Uhr

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