Stand: 05.03.2018 17:48 Uhr

Wangerooge: Firma pleite, Deichbau gestoppt

Die Bauarbeiten am westlichen Teil des Deckwerks auf Wangerooge sind gestoppt: Die Baufirma ist insolvent.

Es ist ein Mammutprojekt: Der gesamte Deich, der das Eiland Wangerooge auf knapp drei Kilometern vor den Nordsee-Fluten schützt, soll erneuert werden. Der erste Abschnitt wurde vergangenen Sommer auch begonnen - die Arbeiten an der Großbaustelle sollten eigentlich auf Hochtouren laufen. Doch nun ist die zuständige Baufirma Meister Wasserbau aus Süddeutschland insolvent. Der Bau ist gestoppt. Wie es weitergeht, ist ungewiss.

Nun doch vier Jahre Bauzeit

Eins scheint klar: In diesem Jahr passiert an der Baustelle nichts mehr. Das sagt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven. Ursprünglich waren für die Sanierung des Deckwerks - so der Name des Deiches - drei Jahre Bauzeit und 45 Millionen Euro Kosten eingeplant gewesen. Nun werde die Fertigstellung voraussichtlich erst 2021 sein. Doch dazu muss zunächst eine Firma gefunden werden, die die Arbeiten übernimmt. Laut Schifffahrtsamt wolle man nun europaweit suchen.

Steine noch nicht bezahlt

Für die Erneuerung des Deckwerks sollen rund 120.000 Kubikmeter Sand verbaut werden. Außerdem werden 400.000 Tonnen Granit benötigt, die per Schiff aus Norwegen herangeschafft werden und für die extra ein eigener Anleger gebaut wurde. Allerdings sind erst die Hälfte dieser Steine da - und die wurden laut Schifffahrtsamt von der insolventen Firma noch nicht bezahlt. Ein Nachfolge-Unternehmer müsste die Kosten also übernehmen.

Hauptstrand nicht betroffen

Weil die Arbeiten am westlichsten Zipfel von Wangerooge begonnen wurden, sind Urlauber am Hauptstrand der Insel nicht von der Verzögerung betroffen. Die unmittelbaren Nachbarn - beispielsweise Freizeitheim-Bewohner - müssen wohl aber noch länger mit der Baustelle vor ihrer Haustür leben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.03.2018 | 16:00 Uhr

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