Stand: 13.11.2019 17:32 Uhr

Tesla entscheidet sich gegen Emden und Dörpen

Die Entscheidung des US-Elektroautobauers Tesla zum Bau seiner europäischen Fabrik bei Berlin hat in Niedersachsen für Enttäuschung gesorgt. Die ostfriesische Stadt Emden und Dörpen im Emsland hatten ebenfalls gehofft, den Zuschlag zu bekommen. Sie seien bis zur letzten Minute im Gespräch gewesen, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. Erst am Dienstagnachmittag habe Tesla den zuständigen Referatsleiter darüber informiert, dass die beiden Orte aus dem Rennen seien. Die Entscheidung für das Berliner Umland habe Tesla mit Gründen der "Multimodalität" begründet, etwa der Anbindung an Häfen und Flughäfen.

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Hallo Niedersachsen

Kommt Autobauer Tesla nach Niedersachsen?

22.08.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Der US-amerikanische Autobauer und E-Autopionier Tesla will sich offenbar in Niedersachsen ansiedeln. Als Standorte sind Emden und Dörpen im Emsland im Gespräch. Video (02:35 min)

Gemischte Gefühle in Dörpen

Emden und Dörpen dagegen hatten mit der Nähe zur Nordsee und einem Transport der Autos übers Wasser geworben. Dörpens Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (CDU) verspürte bei aller Enttäuschung allerdings auch etwas Stolz. "Dass man überhaupt in der Bundesliga mitspielen könne, sei schon einen Riesenerfolg", sagte er NDR 1 Niedersachsen. Aber Dörpen hätte das als Giga-Fabrik bezeichnete Werk natürlich gerne gehabt. An der Infrastruktur könne es nicht gelegen haben, so Wocken. Schon Mitsubishi habe Dörpen schriftlich als bestes Industriegebiet Europas gelobt, für eine Reifenfabrik dann aber doch wegen der hohen Lohnkosten vom Standort im Emsland abgesehen.

Emder OB kritisiert Wirtschaftsminister Althusmann

Emdens neuer Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) sieht insbesondere auch aufgrund der Enercon-Krise das Land in der Pflicht, etwas für die Region zu tun. Zudem übte er Kritik an Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Althusmann habe das Tesla-Projekt trotz eines Stillschweige-Abkommens mit dem Unternehmen öffentlich gemacht. Vielleicht habe ja auch das den Ausschlag für Brandenburg gegeben, wo das Land stillgehalten hat, sagte Kruithoff. Diese Kritik wies das niedersächsische Wirtschaftsministerium umgehend zurück. Eine Sprecherin sagte, dass Emden und auch Dörpen weiterhin auf Tesla hoffen dürften. Das Unternehmen habe angekündigt, noch ein kleineres Werk in Europa bauen zu wollen. "Tesla stehen auch weiterhin Tür und Tor bei uns offen", betonte Dörpens Bürgermeister Wocken.

Werk soll Ende 2021 in Betrieb gehen

Das neue Tesla-Werk soll rund 35 Kilometer südöstlich von Berlin in der Nähe des geplanten Hauptstadtflughafens BER entstehen. Tesla hatte schon seit längerem nach einem Standort für eine große Fabrik zur Herstellung von Batterien und Fahrzeugen in Europa gesucht. Das Werk in Deutschland mit rund 6.500 Arbeitsplätzen wird nach bisherigen Angaben voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen. Dort soll das aktuell wichtigste Tesla-Fahrzeug Model Y für den europäischen Markt produzieren werden.

 

Weitere Informationen

Kommt Tesla in den Nordwesten Niedersachsens?

Der US-amerikanische Autobauer Tesla ist offenbar daran interessiert, sich in Niedersachsen anzusiedeln. Auf der Favoritenliste stehen unter anderem Emden und Dörpen im Emsland. (22.08.2019) mehr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version war fälschlich vom Tesla Model 3 die Rede. Tatsächlich geht es hier um die Produktion des SUV Model Y. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen!

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 13.11.2019 | 17:00 Uhr

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