Stand: 04.11.2015 16:36 Uhr

Schraubenanschlag auf Maisfeld schockt Landwirt

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In zahlreichen Maiskolben auf einem Feld im Landkreis Leer hat der unbekannte Täter Metallteile versteckt.

Der Schock sitzt bei Erich Mütz aus Westoverledingen (Landkreis Leer) immer noch tief. In der vergangenen Woche entdeckte der Landwirt beim Häckseln seines Maisfeldes zahlreiche Metallteile in den Kolben. Ein Unbekannter hatte die Pflanzen offenbar präpariert, um ihm beträchtlichen Schaden zuzufügen. "Bei der Ernte hat plötzlich der Metalldetektor des Häckslers angeschlagen", berichtet Mütz im Gespräch mit NDR.de. Zunächst habe er gedacht, dass es sich nur um ein einzelnes Teil handeln würde. Doch dann habe der Häcksler immer wieder gestoppt. Mütz findet in den Maiskolben Dutzende Schrauben und Haken mit einer Länge von drei bis zwölf Zentimetern.

120 Tonnen Mais sind unbrauchbar

Rund ein Drittel der Pflanzen auf dem zweieinhalb Hektar großen Feld können nicht mehr verwendet werden. Mütz gehen durch den Anschlag 120 Tonnen Mais mit einem Gesamtwert von knapp 5.000 Euro verloren. Und es hätte sogar noch deutlich schlimmer kommen können: Denn hätte der Metalldetektor des Häckslers nicht sofort angeschlagen, wäre die rund 300.000 Euro teure Erntemaschine möglicherweise schwer beschädigt worden.

Hilfsbereiter Kollege hilft aus

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Landwirt Erich Mütz verlor durch den Anschlag ein Drittel seiner Ernte.

Sorgen macht sich Mütz auch wegen der Ernte von dem Teil des Feldes, auf dem bisher keine Metallteile gefunden wurden. "Diesen Mais werde ich zwar verfüttern, aber ich habe dabei ein ziemlich ungutes Gefühl", sagt der Landwirt. "Wenn eine Kuh eine Schraube verschlucken sollte, könnte das schlimme Folgen haben." Hungern müssen seine 30 Milchkühe trotz des Anschlags nicht. Denn ein Landwirt aus dem Landkreis Leer hat Mütz, nachdem er von dem Vorfall gehört hat, spontan drei Hektar Mais geschenkt. "Ich bin beeindruckt, wie groß die Solidarität unter den anderen Berufskollegen ist", so Mütz.

Mütz geht von gezieltem Anschlag aus

Wer für den Anschlag verantwortlich ist, ist noch unklar. Mütz geht allerdings davon aus, dass der Täter ganz gezielt vorgegangen ist. "Das betroffene Feld liegt rund 700 Meter von der Straße entfernt. Von daher war es mit Sicherheit keine Zufallstat", sagte Mütz. Er und andere Landwirte aus der Gegend hätten einen konkreten Verdacht und diesen auch der Polizei mitgeteilt.

Weitere Vorfälle in Westoverledingen

In der Vergangenheit hatte es bereits häufiger Sachbeschädigung an landwirtschaftliche Betrieben in Westoverledingen gegeben. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, ist laut Polizei noch unklar. "Einen Fall wie diesen, bei dem Metallteile im Mais versteckt werden, haben wir bisher aber noch nicht gehabt", sagte eine Sprecherin der Polizei in Leer gegenüber dem NDR. Noch seien die "Ermittlungen in alle Richtungen" nicht abgeschlossen.

Weitere Informationen

LKA ermittelt zu Häcksler-Anschlägen

Nach den Anschlägen auf Maishäcksler in Sulingen und Schwanewede gibt es noch keine Spur zum Täter. Das Landeskriminalamt in Hannover soll die Metallstangen genauer untersuchen. (15.10.2013) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 04.11.2015 | 14:30 Uhr

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