Stand: 27.11.2018 21:08 Uhr

Oldenburg: Schlachthof schon früher auffällig

Bislang war bekannt, dass es mehr als 30 anonyme Anzeigen gegen den Rinderschlachthof in Oldenburg gegeben hatte. Neu ist, dass diese Hinweise auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bereits in den Jahren 2007 und 2010 an das Landesamt für Verbraucherschutz gegangen sind. Das erläuterte der Leiter des Veterinäramtes vor dem Rat der Stadt Oldenburg. Die Stadt und das Landesamt wussten also längst Bescheid über die Zustände in dem Betrieb. Wie mit den Hinweisen auf nicht ordnungsgemäße Betäubungen umgegangen wurde, ist weiterhin unklar.

Im Schlachthof waren unter anderem defekte Bolzenschussgeräte eingesetzt worden, sodass Rinder qualvoll verenden mussten. Nach Bekanntwerden der Vorfälle hatten zahlreiche Händler die Zusammenarbeit aufgekündigt. Am Dienstagabend wurden intensive Gespräche mit den verantwortlichen Amtstierärzten geführt. Bisher hatte die Stadt keine Anhaltspunkte für disziplinarische Konsequenzen gesehen. Der Sprecher des Deutschen Tierschutzbüros, das die mit versteckter Kamera gedrehten Bilder der Tierquälerei öffentlich gemacht hatte, zeigte sich schockiert. Es wäre ein Skandal, wenn Stadt und Landesamt bereits seit Jahren Bescheid gewusst und nichts getan hätten. Die Tierschützer fordern die endgültige Schließung des Schlachthofs.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 27.11.2018 | 18:00 Uhr

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