Spaziergänger während eines Herbstspazierganges am Strand. © picture-alliance/dpa Foto: Bernd Wüstneck

Neue Corona-Regeln: Gäste müssen Urlaub nicht abbrechen

Stand: 29.10.2020 16:07 Uhr

Wenn am Montag bundesweit die verschärften Corona-Regeln in Kraft treten, dürfen Hotels keine neuen Gäste aufnehmen. Wer schon in Niedersachsen Urlaub macht, darf den regulär beenden.

"Die Gäste, die da sind, die können ihren Aufenthalt auch zu Ende haben", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag in Hannover dem Radiosender ffn. Und auch Regierungssprecherin Anke Pörksen bestätigte NDR 1 Niedersachsen, dass wer schon auf den Inseln, in Harz, Heide oder wo auch immer im Land ist, seinen Aufenthalt nicht abbrechen muss. Der allgemein formulierte Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch hatte für Unsicherheiten gesorgt, ob nun Urlauber die Ostfriesischen Inseln vorzeitig verlassen müssen - wie es im März der Fall war. Von den derzeit rund 2.000 Touristen auf Langeoog habe sich der Großteil auf eine Abreise bis Montag eingestellt, hatte Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) am Morgen gesagt.

7.000 Urlauber allein auf Norderney

Eine Abreise aller Touristen in so kurzer Zeit wäre ohnehin wohl kaum machbar gewesen. Obwohl die Hauptsaison zu Ende ist, sind die Inseln sehr gut besucht. Das liegt daran, dass jetzt viele Menschen ihre abgesagten Urlaube aus dem Frühjahr nachholen. Allein auf Norderney sind im Moment noch 7.000 Urlauber.

Betriebe könnten wegen Gästemangel schließen

Ganz gesichert ist der Resturlaub damit allerdings nicht. Es könne sein, dass Hotels und Campingplätze wegen zu wenig Gästen schließen, sagte Regierungssprecherin Pörksen dem NDR weiter. Wer eine Ferienwohnung gemietet habe, sei davon wohl nicht betroffen. Zweitwohnungsbesitzer dürften zwar nicht untervermieten, aber kommen und gehen, wann sie wollen, so die Regierungssprecherin.

Bürgermeisterin Horn kritisiert Gleichsetzung mit Hotspots

Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs (SPD) schmerzen die anstehenden Einnahmeausfälle für örtliche Betriebe. Es sei jedoch gut, dass der Staat 75 Prozent der entgangenen Umsätze übernehmen wolle. Langeoogs Bürgermeisterin Horn findet es schwierig, dass auf den Inseln vorerst keine Touristen mehr aufgenommen werden dürfen. Diese würden nun mit Corona-Hotspots in Bayern und Nordrhein-Westfalen gleichgesetzt. Allerdings habe sich kein Urlauber auf den Inseln infiziert, so die Bürgermeisterin.

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Aktuell | 30.10.2020 | 06:00 Uhr

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