Nach Vorfällen in Rastede: Bahn trennt sich von Subunternehmen

Stand: 09.09.2022 13:13 Uhr

Nach gefährlichen Situationen und einem tödlichen Unfall an Bahnübergängen in Rastede im Ammerland beendet die Bahn die Zusammenarbeit mit einem Subunternehmen. Die Firma sicherte die Übergänge.

Die Bahn will das Unternehmen, das bislang die Streckenposten in Rastede stellt, dort nicht mehr beauftragen. Mitarbeitende einer anderen Firma sollen die Bahnübergänge künftig sichern. Nach den Vorfällen in den vergangenen Wochen hatte das unter anderem der Fahrgastverband Pro Bahn gefordert. Der Wechsel findet allerdings erst Anfang der Woche statt, denn die neuen Kräfte müssten vor Ort noch eingewiesen werden, hieß es.

Sieben Vorfälle an drei Bahnübergängen in Rastede

Die Bahnstrecke von Oldenburg nach Wilhelmshaven wird zurzeit elektrifiziert. Wegen der Bauarbeiten müssen Übergänge immer wieder per Hand abgesperrt und gesichert werden - die Schranken sind dann außer Betrieb. Anfang August starb im Ortsteil Liethe ein Lkw-Fahrer bei der Kollision mit einem Zug. Dort kam es zu weiteren gefährlichen Situationen und Beinahe-Unfällen. Zudem wurden in Liethe ein NDR Reporter und sein Interviewpartner bei Dreharbeiten von einem Streckenposten tätlich angegriffen. Am Donnerstag wurde ein Auto an einem anderen Übergang fast von einer Lok erfasst. Insgesamt wurden sieben Vorfälle an drei Bahnübergängen in Rastede gezählt.

VIDEO: Rastede: NDR Reporter bei Filmaufnahmen attackiert (2 Min)

Verkehrsministerium zu Rastede: "Gehäufte Einzelfälle"

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Hannover sprach am Freitag von "gehäuften Einzelfällen". Ein flächendeckendes Problem sehe er nicht. Dennoch hat das Ministerium die Deutsche Bahn um Klärung gebeten. Ob die Zusammenarbeit mit dem Subunternehmen bundesweit beendet wird, ist unklar. Eine Sprecherin sagte, dass es in der Branche nicht so viele Firmen gebe. Die Baustelle im Ammerland soll in den nächsten Tagen von Rastede ein Stück weiter nach Norden Richtung Wilhelmshaven verlagert werden.

Weitere Informationen
Zwei Polizisten stehen nebeneinander auf einer Straße. © NDR Foto: Julius Matuschik

Bahnübergang Rastede: Auto wird fast von Lok erfasst

Die Insassen des Wagens beschuldigen das Sicherheitspersonal am Übergang, keine eindeutigen Zeichen gegeben zu haben. (08.09.2022) mehr

Eine Person in Signalkleidung steht an einem Bahnübergang in Rastede. © NDR

NDR und DJV verurteilen Attacke auf Fernseh-Team in Rastede

Das Team des NDR hatte am Bahnübergang Liethe filmen wollen. Ein Schrankenwärter ging auf den Reporter los und schlug ihn. mehr

Jederzeit zum Nachhören
Blick auf den Lappan, das Wahrzeichen der Stadt Oldenburg. © NDR Foto: Julius Matuschik
8 Min

Nachrichten aus dem Studio Oldenburg

Was in Ihrer Region wichtig ist, hören Sie in dem Mitschnitt der 15:00 Uhr Regional-Nachrichten auf NDR 1 Niedersachsen. 8 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.09.2022 | 12:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Bahnverkehr

Mehr Nachrichten aus der Region

Ein Auto in einem Kanal in Ostgroßefehn © Feuerwehr Großefehn

Auto in Kanal: Aufmerksame Anwohner retten Fahrerin

Warum die Frau in den Kanal in Ostgroßefehn fuhr, ist noch unklar. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. mehr

Aktuelle Videos aus Niedersachsen