Stand: 02.07.2019 18:50 Uhr

Zahl der Kegelrobben hat zugenommen

Eine gähnende Kegelrobbe auf der Düne von Helgoland. © picture alliance/imageBROKER Foto: Stephan Rech
Kegelrobben fühlen sich offensichtlich wohl im Watt. Ihre Zahl ist deutlich angestiegen. (Archivbild)

In der Nordsee wächst die Zahl der Kegelrobben weiter. Im deutschen, dänischen und niederländischen Wattenmeer und auf Helgoland wurden während der Saison 2018/19 6.538 Tiere gezählt - sechs Prozent oder 394 mehr als in der Vorsaison. In Niedersachsen und Hamburg hat der Bestand um 18 Prozent auf 451 Tiere zugenommen. Dabei ist es das erste Mal, dass auch im Hamburger Wattenmeer diese bis zu zweieinhalb Meter langen und bis zu 330 Kilogramm schweren Tiere gesichtet wurden. Am meisten Kegelrobben leben weiterhin im niederländischen Wattenmeer: 4.760 Exemplare wurden westlich des niedersächsischen Watts gezählt.

Zum Werfen nach Dänemark

Den stärksten Anstieg verzeichnete das gemeinsame Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven im dänischen Wattenmeer: plus 79 Prozent auf 408 Tiere. Dort lebt nach Angaben von Exekutivsekretär Sascha Klöpper zwar noch keine Kolonie. Vielmehr nutzten die Tiere das Watt bislang nur als Wurfgebiet. Aber der Trend zeige, dass sich das Verbreitungsgebiet ausdehnt und in Zukunft auch in Dänemark Kolonien siedeln könnten.

Größte Kolonie auf Helgoland

Einen Rückgang der Population gab es hingegen in Schleswig-Holstein. Dort wurden mit 155 Robben 18 Prozent weniger als im Vorjahr beobachtet. Auf Helgoland war der Rückgang vergleichsweise niedrig: um zwei Prozent auf 764 Tiere. Damit lebt dort immer noch die größte deutsche Kolonie. Die Experten des Wattenmeersekretariats begründen die Schwankungen mit verschiedenen Faktoren wie einem möglicherweise schwankenden Nahrungsangebot, einem Wechsel der Sandbänke und lokalen Störungen.

Kegelrobben waren fast ausgerottet

Dafür ist die Zahl der neugeborenen Kegelrobben auf Helgoland um 20 Prozent gestiegen. Die werden während der Wurfzeit in den Wintermonaten gezählt. Ausgewachsene Tiere hingegen werden während der Fellwechselperiode gezählt. Zu dieser Zeit verbringen sie im Schnitt wesentlich mehr Zeit sichtbar an Land. Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste und waren vor mehr als 100 Jahren durch starke Bejagung nahezu ausgerottet. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Tiere aus britischen Gewässern wieder ins Wattenmeer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 02.07.2019 | 14:30 Uhr

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