Stand: 22.08.2017 10:35 Uhr

Mann harrt vier Tage neben totem Stiefvater aus

Auf einem Campingplatz in Hooksiel (Landkreis Friesland) hat ein Mann mit geistiger Behinderung offenbar tagelang in einem Wohnmobil neben der Leiche seines 69-jährigen Stiefvaters gelebt. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg, Torben Tölle, gegenüber NDR.de. Bei den beiden Männern soll es sich um Urlauber aus Düren (Nordrhein-Westfalen) handeln. Der Tote war am Freitagabend nach einem Zeugenhinweis entdeckt worden.

Leiche bereits stark verwest

Ein Nachbar hatte beobachtet, wie der 49-Jährige stundenlang apathisch in der Fahrerkabine hockte. Als die alarmierten Rettungskräfte daraufhin die Tür des verschlossenen Wohnmobils öffneten, fanden sie im Eingangsbereich die stark verweste Leiche. Der Stiefsohn, der auch eine leichte Körperbehinderung hat, konnte sich vermutlich nicht selbst aus dem Fahrzeug befreien. Laut Tölle habe er keine Angaben zu den Geschehnissen machen können. Aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungsprozesses gehen die Ermittler davon aus, dass die Leiche bis zu vier Tage in dem Wohnmobil lag.

Keine Hinweise auf Fremdverschulden

Der 69-jährige Stiefvater starb offenbar eines natürlichen Todes. "Wir haben keine Hinweise auf Fremdverschulden", sagte Tölle. "Außerdem hatte der Mann diverse Vorerkrankungen." Die Staatsanwaltschaft habe die Leiche daher bereits freigegeben und auf eine Obduktion verzichtet. Der Stiefsohn wurde nach Angaben von Tölle von Verwandten abgeholt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.08.2017 | 12:00 Uhr

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