Stand: 26.02.2019 21:37 Uhr

"MSC Zoe": Meiste Container bei Havarie geborsten

Bild vergrößern
Das Spezialschiff "Atlantic Tonjer" soll Stahlteile aus dem Wasser ziehen.

Vor sieben Wochen verlor der Frachter "MSC Zoe" bei einer Havarie in der Nordsee fast 350 Container. Die liegen seit dem irgendwo zwischen den niederländischen Westfriesischen Inseln und der Ostfriesischen Insel Borkum. Großteile der Ladung wurden an Niedersachsens Strände gespült, unter anderem Spielzeug, Schuhe, Bettwäsche und Fernseher. Die Container vor der niederländischen Küste konnten größtenteils an Land geborgen werden. Immer noch vermisst: Zwei Container mit dem giftigen und explosiven Dibenzoylperoxid. Leere Säcke mit Giftresten waren an den Stränden von Borkum angespült worden - aber wo ist der Rest? Seit knapp einer Woche suchen nun Schiffe nach den Containern.

Ein Greifarm eines Bergungsschiffs zieht Trümmerteile aus der Nordsee.

"MSC Zoe": Wie geht die Container-Bergung voran?

Hallo Niedersachsen -

Anfang Januar hatte die "MSC Zoe" 340 Container verloren, etwa 45 davon liegen noch irgendwo westlich von Borkum. Keine Spur gibt es bisher von zwei Gefahrgut-Containern.

4,43 bei 7 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Sonarschiff sondiert den Boden in 20 bis 25 Metern Tiefe

Die meisten Container seien bei der Havarie wohl geborsten, sagt der Sprecher des Emder Wasserstraßen und Schiffahrtsamtes, Helmut Olthoff. Rund 45 Container werden etwa 25 Kilometer nordwestlich von Borkum in deutschen Gewässern vermisst. Ein Sonarschiff sondiert den Boden in 20 bis 25 Metern Tiefe. Schlägt das Sonar aufgrund eines Hindernisses an, untersucht ein Unterwasserroboter den Grund der Nordsee. Handelt es sich dabei um Containerreste, rückt das Bergungsschiff "Atlantic Tonjer" an, um mit einem Greifarm die Stahlteile aus dem Wasser zu ziehen. Auf diese Art seien mehrere Tonnen geborgen worden, so Olthoff. Ein drittes Schiff, die "Blue Bella", holt dann den Schrott ab.

Sind die Gefahrgutcontainer zerborsten?

Wie viele der 45 in deutschen Gewässern vermissten Container schon geborgen sind, kann Olthoff derzeit nicht sagen. Es sei eine Puzzlearbeit, sagte er. Dass leere Gefahrgutsäcke auch an Borkums Stränden gefunden wurden, sei ein Zeichen dafür, dass wohl auch die beiden mit dem Dibenzoylperoxid beladenen Container geborsten sind. In die Weiten der Nordsee gespült, gehe von dem wasserlöslichen Gift wohl keine größere Gefahr mehr aus. Bis alle Containerreste geborgen seien, könnten noch Monate vergehen, so Olthoff.

Weitere Informationen

Frachter-Havarie: Bergung der Container angelaufen

Am Donnerstag hat die Bergung der auf deutscher Seite georteten Container begonnen, die das Frachtschiff "MSC Zoe" am 2. Januar verloren hat. Es handelt sich um 45 Container. (21.02.2019) mehr

Werden Routen für Mega-Frachter eingeschränkt?

Als Konsequenz aus der Havarie der "MSC Zoe" in der Nordsee erwägt Verkehrsminister Althusmann eine Einschränkung der Routen von Mega-Frachtern. Die Unglücksursache ist weiter unklar. (15.02.2019) mehr

Gefahrgut-Container: Niedersachsen will Peilsender

Niedersachsen will nach der Havarie der "MSC Zoe" Konsequenzen ziehen und Gefahrgutcontainer besendern. Dazu hat das Kabinett eine Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht. (05.02.2019) mehr

So schädlich ist das Gefahrgut in der Nordsee

Zwei Gefahrgut-Container werden nach der Havarie des Megafrachters "MSC Zoe" in der Nordsee weiter vermisst. Neben 1,5 Tonnen Batterien geht es auch um eine in Säcken gelagerte Chemikalie. (07.01.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.02.2019 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:45
Hallo Niedersachsen
02:40
Hallo Niedersachsen
02:30
Hallo Niedersachsen