Kreißsaal in Cloppenburg öffnet wieder an Wochenenden

Stand: 01.09.2022 08:42 Uhr

Zwei Monate war der Kreißsaal im St. Josefs-Hospital in Cloppenburg nur von Montagmorgen bis Freitagmittag geöffnet. Jetzt können Schwangere ihre Babys auch wieder an Wochenenden in Cloppenburg gebären.

Neue Hebammen verstärken das Team im St. Josefs-Hospital. Die schwierige Situation sei überwunden, heißt es in einem Schreiben des Klinik-Geschäftsführers an den NDR in Niedersachsen. Allerdings könne die Situation langfristig nur verbessert werden, wenn es mehr Geld für Leistungen in der Geburtshilfe gebe. Die unzureichende Finanzierung hatte der Geschäftsführer bereits Ende Juni bemängelt, als das Krankenhaus die eingeschränkten Öffnungszeiten des Kreißsaals mitgeteilt hatte. Der Grund für die Einschränkungen war seinen Angaben zufolge aber, dass es zu wenig Hebammen gab.

Kundgebung gegen schlechte Bedingungen in der Geburtshilfe

Für bessere Konditionen in der Geburtshilfe gingen am Mittwoch Hebammen, Frauenärztinnen und Eltern in der Stadt auf die Straße. Eingeladen zu der Kundgebung hatte die "Initiative gute Geburt". Unter den Teilnehmenden war auch Hebamme Birte Sprock, die sowohl freiberuflich Mütter und ihre Babys betreut, als auch im St. Josefs Hospital arbeitet. Ihr zufolge ist die Personaldecke im Krankenhaus noch immer zu dünn, weshalb sie auch künftig spontane Schließungen des Kreißsaals fürchtet.

Die meisten Geburten gemessen an Einwohnerzahl

Im Landkreis Cloppenburg kommen jedes Jahr mehr als 2.000 Babys zur Welt. Gemessen an der Einwohnerzahl ist das mehr als in jedem anderen Landkreis in Niedersachsen. Trotzdem wurde im vergangenen Jahr die Geburtsstation im Krankenhaus Friesoythe geschlossen. Auch in Emden, Peine und im Landkreis Diepholz haben die Krankenhäuser zuletzt ihre Geburtsstationen dicht gemacht. Hebammen-Sprecherin Veronika Bujny warnte deshalb jüngst vor einer Gefahr für Leib und Leben von Mutter und Kind.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 01.09.2022 | 19:30 Uhr

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